Türkei

Sonne über Kappadokien

Kappadokien verspricht einzigartige Erlebnisse über und in der Erde. Der Frühling ist die beste Reisezeit für die seit Jahrtausenden auf spektakuläre Weise besiedelte türkische Landschaft.

Bei diesen mächtigen Höhlen denkt man unwillkürlich an Fred Feuerstein, die Steinzeit und primitive Kulturen. Doch in Kappadokien werden solche Klischees gründlich korrigiert. Über Jahrtausende haben sich Hochkulturen in den Höhlen dieser zentralanatolischen Vulkanlandschaft verewigt; Hethiter, Perser, Griechen, Römer und Byzantiner haben ihre Spuren in den weichen Tuff gefräst. In den Höhlen von Kappadokien verstecken sich frühchristliche Kirchen und byzantinische Klöster samt ihren farbenprächtigen Fresken – so viele, dass bis heute nicht alle erfasst und erforscht sind. Neuerdings nisten auch schicke Boutique-Hotels in den Höhlen von Kappadokien. Sie bilden ideale Hauptquartiere für Wanderungen durch diese uralte Kulturlandschaft.

 

Stilvolle Höhlenhotels

 
Im Dorf Uçhisar, dessen mit Kavernen durchlöcherter Burgfels steil aufragt, liegen die Höhlensuiten von Evelyn Kopp, einer deutschen Kennerin und Liebhaberin dieser einmaligen Landschaft. „Stilvoll in Höhlen leben“ lautet das Motto ihres Asmali Cave House, das sie ursprünglich für sich selbst gekauft und dann zum Boutique-Hotel ausgebaut hat. Die drei eleganten Suiten sind mit modernem Design, antiken Schätzen und allem Komfort ausgestattet. Sie bieten voll eingerichtete Küchen, Marmorbäder, separate Eingänge und eigene Sonnenterrassen im Höhlengestein – und vor allem die persönliche Betreuung durch Evelyn Kopp und ihre Mitarbeiterin Ikbal, die Gästen sogar ein örtliches Mobiltelefon mitgeben, um jederzeit helfen zu können.
 
Die Suiten des „Asmali Cave House“ erfreuen nicht nur mit Stil und Komfort, sie liegen zudem etwas abseits vom Touristenrummel in einer authentischen Nachbarschaft von historischen Höhlenwohnungen. Die Besitzerin kennt die Anwohner gut. Über deren Erinnerungen und das Leben im kappadokischen Dorf hat sie ein Buch geschrieben. Viele Nachbarn sind in den letzten Jahren den Verlockungen moderner Wohnungen erlegen, doch andere halten an der Tradition fest und wohnen weiter in ihren Höhlen.
 
Beim Tee mit einer Nachbarin in ihrem märchenhaften Garten unter einem sogenannten Feenkamin, wie die hoch aufragenden Tuffsteinkegel hier genannt werden, wird schnell klar, warum.
 
Vulkanisches Felsgestein und was Natur und Kultur daraus geformt haben – das ist das Leitmotiv einer Entdeckungsreise durch Kappadokien. „Überirdisch“, in allen Bedeutungen des Worts, ist das Werk von Wind und Wasser, die den weichen Stein oberhalb der Erdoberfläche zu fabelhaften Formationen geschliffen haben. So einzigartig ist die Landschaft rings um das Städtchen Göreme, dass die Unesco sie zum Weltkulturerbe erklärt und unter ihren Schutz gestellt hat.
 
Die märchenhafte Szenerie aus Feenkaminen und anderen fantastischen Steingebilden, die sich weit über den Nationalpark Göreme hinaus
erstreckt, ist noch überwältigender, wenn man sie aus der Gondel eines Heißluftballons erblickt. Bei Sonnenaufgang, wenn die Winde am günstigsten sind, steigen Dutzende Ballons auf und runden mit ihrer stillen Fahrt und ihren vielen bunten Farben den zauberhaften Eindruck dieser Landschaft ab.

 
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Autor:
Susanne Güsten