Reise durch Frankreich

Ardèche - wilde Schönheit

Zerfurchte Schluchten und liebliche Täler, die sich hoch zu Plateaus aufschwingen: Eingebettet zwischen der vulkanischen Auvergne und der sonnenverwöhnten Provence verzaubert die Ardèche mit ihrer Ursprünglichkeit. Eine Entdeckungsreise.

Die Ardèche ändert ihre Erscheinung wie ein Chamäleon. Kaum hat sich das Auge an die lieblichen Weinreben, Obst- und Olivenbäume, Zypressenhecken und Getreidefelder mit wildem Mohn gewöhnt, die an die Toskana erinnern, geht es einige schmale Haarnadelkurven hinauf wie in schottischen Highlands: Eine grüne Hochebene empfängt uns mit schroffen Felsen, auf denen eine Burg thront. Nur wenige Kilometer weiter sieht es aus wie in Schleswig-Holstein: eine Knicklandschaft mit Weiden, auf denen Kühe oder Ziegen friedlich grasen.Wieder bergab erleben wir wildromantische Schluchten, in denen Bäche murmeln. Als wären wir in Bayerns schönen Voralpen!

Karte der Ardèche

Eingebettet zwischen Auvergne und Provence: Die Ardèche im Südosten Frankreichs

Als Einstimmung auf unsere 1000 Kilometer lange Entdeckungsreise durchs siebte Departement im Südosten Frankreichs sind wir zu einer Spritzfahrt gestartet. Nur 50 Kilometer, aber die Route vermittle ein Bild von der Vielfalt der Ardèche, haben uns Einheimische versichert. Im Cabriolet brausen wir von Alba-la-Romaine auf das Hochplateau Coiron. Alba, die ehemalige römische Siedlung aus dem ersten Jahrhundert vor Christus, ist schon vor Langem von einem mittelalterlichen Dorf erobert worden, nur das Amphitheater am Fuße des Schlosses, in dem alljährlich im Juli Theater gespielt wird, zeugt von seiner römischen Vergangenheit. Über die pittoresken Dörfchen Saint Pons, Sceautres, Berzème und Darbres geht es in die Hauptstadt Privas und zurück nach Mirabel.

„Midi moins le quart“, das „Viertel vor dem Süden“, so bezeichnen seine Bewohner mit einem Wortspiel diesen Landstrich. Die Ardèche liegt zwischen der Auvergne und der Provence. Es ist das Land des Weines, des Obst- und Kastanienanbaus, der Viehzucht, des Handels – und des Tourismus: 6000 Kilometer Wanderwege wollen zu Fuß oder auf dem Mountainbike erobert werden. Im Osten verläuft als natürliche Grenze die Rhône, Richtung Westen steigt die Ardèche stetig an bis zum Mont de Mézenc, auf dessen 1753 Meter hohem Gipfel im Frühjahr noch Schnee liegt.

Es ist ein wildes Land mit Kalksteinformationen, Vulkanplateaus und tiefen Canyons, Bergen, Seen,Wäldern,Tropfsteinhöhlen und prähistorischen Fundstätten. Die Grotte Chauvet ist die spektakulärste. Eulen, Hyänen, Raubkatzen, Moschusochsen und Bären: Hunderte von Tierdarstellungen wurden 1992 hier entdeckt. Mit mehr als 32 000 Jahren sind sie die ältesten Höhlenzeichnungen der Welt.

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