Reise in den Bayerischen Wald

Urlaub im Biohotel

Bayerns Osten hat viel zu bieten: Glashütten, spannende Museen und den Nationalpark Bayerischer Wald. Das Biohotel Pausnhof in Sankt Oswald liegt mittendrin. COUNTRY verlost einen Kurztrip!

Sommerferien im Bayerischen Wald?

Undenkbar! Urlaub fing für uns stets jenseits der Alpen an. Anstatt Bozen und Rovereto passieren wir nun jedoch Hengersberg und Eppenschlag. Da passen Dauerregen und ein trister Wetterbericht genau ins Bild. Vielleicht, spekuliere ich, hat der Pausnhof die Sauna angeheizt. Und für meinen 13-jährigen Sohn hoffe ich auf ein gutes Fernsehprogramm. Um es vorweg zu nehmen: Sauna und Dampfbad waren jeden Tag rechtzeitig angeheizt und das Fernsehprogramm hat es nicht gebraucht. Johann Simmet und seine Frau Sabine kennen die Glücksformel, Gäste zu verwöhnen. Für Spannung und Abwechslung sorgen Bären, Luchse und Wölfe in den Gehegen des Nationalparks Bayerischer Wald quasi nebenan.

Das Vier-Sterne-Haus liegt malerisch im Ort Sankt Oswald; im angrenzenden Garten bauen Hans Simmet und seine Familie Obst und Gemüse streng nach biologischen Richtlinien an. Er selbst ist hier auf dem Bauernhof aufgewachsen, den schon sein Vater in ein Gästehaus verwandelt hatte. Hans Simmet sammelte erst einmal Erfahrungen als Koch, kam zurück und machte zusammen mit seiner Frau das Haus Ende der 80er-Jahre zum Biohotel – zunächst ein Novum in Deutschland. „Wir waren die ersten und haben das Gütesiegel quasi erst eingeführt“, erzählt er nicht ohne Stolz.

Simmet kocht überwiegend mit eigenen Produkten. Neben Obst und Gemüse kommt auch das Fleisch, beispielsweise Pinzgauer Rind, vom Hofbetrieb. Denn hinter dem Gemüsegarten hält die Familie auf insgesamt 40 Hektar Waldschafe und Rinder. Morgens wählt der Gast zwischen Vegetarisch, Fleisch oder Fisch für das abwechslungsreiche Drei-Gänge-Abendmenü, das allein schon wegen der Optik für uns unvergesslich bleibt.

Der Regen ist egal

Es regnet auch am zweiten Tag. Trotzdem besuchen wir den Baumwipfelpfad im Nationalpark und lassen uns von Sigi, dem Ranger, in die Geheimnisse des natürlichen Baumwuchses nach der Borkenkäfer-Invasion einweihen. Spät abends, kurz vor Einbruch der Dunkelheit, schleichen wir noch einmal zum Gehege der Wölfe – und locken sie mit unseren Heulrufen tatsächlich an. Das sorgt für gruselige Spannung. Mit schnellem Schritt eilen wir zu unserem Auto zurück.

Und das schlechte Wetter? Stört überhaupt nicht mehr. Im Pausnhof fühlt man sich bestens aufgehoben. Sauna, Restaurant und Zimmer wurden von dem Architekten Franz Hafner gestaltet. Natursteine, Eiche, Ahorn oder Tannenholz sind unbehandelt und fühlen sich dank des kalkarmen Wassers der Region gerade im Saunabereich ganz wunderbar an. Johann Simmet setzt zudem auf die homöopathische Wirkung des „Belebten Wassers“. Skeptikern erzählt er vom Versuch mit Hühnern: Denen hatte er zwei Eimer mit unterschiedlichem Wasser hingestellt. Nun darf man raten, welchen das Federvieh bevorzugt hat.

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Autor:
Tatjana Seel