Reise

Winzerhaus zu mieten

In Longuich an der Mosel kann sich dank Matteo Thun nun jeder sein kleines Winzerhäuschen mieten – mit Garten und spektakulärem Blick auf Hänge und Fluss. Gut essen und trinken lässt sich hier auch noch.

Kleine Häuschen

Vielleicht war es Schicksal, aber wir hätten auch gar keinen anderen Architekten als Matteo Thun gewusst, dessen Arbeit so gut zu unserer eigenen Philosophie passt“, sagt Sabine Longen, die gemeinsam mit ihrem Mann Markus das Wein-Kulturgut Longen-Schlöder in Longuich an der Mosel führt.

Winzerhäuschen von innen

Gerade Linien, geometrische Formen Matteo Thuns rustikale Winzerhäuschen bestehen nur aus Schlafraum und Bad.

1999 übernahm es Markus Longen von seinen Eltern, damals noch ein reiner Weinanbau-Betrieb, drei Jahre später eröffnete er die Vineria und begann schon dort umzusetzen, was seine Frau mit „Philosophie“ meint: „Keine Pommes, kein Schnitzel, kein Bier“, sondern regionale Küche aus Zutaten von ausgewählten Anbietern vor Ort. Leben, wirtschaften und bauen in möglichst großer Rücksichtnahme auf die Natur. Und die ist in Longuich, in der Nähe von Trier in Rheinland-Pfalz, an den Steilhängen der Mosel, einfach spektakulär.

Sechs Jahre hatten Sabine und Markus Longen sich Zeit genommen für die Frage, wie sie den so oft geäußerten Wunsch nach Gästezimmern umsetzen könnten. Dann haben sie auf gut Glück eine E-Mail an den Mann geschickt, dessen Arbeiten sie aus Zeitschriften kannten und schätzten. Sie besuchten Matteo Thun während einer Fachmesse in Mailand, und im April 2010 kam er dann selbst nach Longuich, aß und trank. Dann gingen sie auf die andere Seite der Mosel, kletterten den Weinberg hoch, schauten von dort auf das Haus, auf die Baufläche – und Thun kam die Idee, nicht ein Haus zu bauen, sondern viele kleine Häuschen, die sich wie Winzerhütten an die Hänge schmiegen.

Verblendet mit Schiefer

Die Häuschen bestehen aus hölzernen Fertigbauteilen und sind verblendet mit Schiefer aus einem nahe gelegenen Steinbruch.

20 sind es geworden, innen geschmackvoll-modern und spartanisch-natürlich, einige lassen sich zu „Familienhäuschen“ verbinden. Für die Longens bedeuteten sie eine Investition von 2,5 Millionen Euro. Die Häuschen bestehen aus hölzernen Fertigbauteilen und sind verblendet mit Schiefer aus einem nahe gelegenen Steinbruch. Ein Raum, ein kleines Bad, kein Fernseher, dafür eine verglaste Tür zur Terrasse und zum jeweils dazugehörigen kleinen Garten. Bereits in diesem Juni waren alle Häuschen, von denen aus man den Schiffen auf der Mosel zuschauen kann, voll belegt.

Longen-Schlöder, Kirchenweg 9, 54340 Longuich, Tel. 06502/8345, www.longen-schloeder.de, pro Nacht 95 bis 135 Euro von April bis Oktober, sonst 90 bis 125 Euro.

Schlagworte:
Quelle:
Autor:
Volker Corsten