Wohnen und Heizen

Richtig heizen mit Holz

Es gibt nichts Gemütlicheres als ein prasselndes Kaminfeuer im Winter. Welches Holz am besten einheizt, woran man Qualität erkennt und wie es gelagert werden sollte: COUNTRY beantwortet brennende Fragen. 

Vor rund 1,5 Millionen Jahren loderten vermutlich die ersten Flammen in einer südafrikanischen Höhle. Seitdem übt das Feuer eine unwiderstehliche Faszination auf die Menschen aus. An langen Winterabenden wärmt es aber nicht nur Körper und Seele, sondern sorgt auch immer wieder für hitzige Diskussionen: Schadet das Heizen mit Holz dem Klima? Ist das Naturmaterial tatsächlich eine Alternative zu fossilen Brennstoffen? Reduzieren Pellet-Feuerungsanlagen den Schadstoffausstoß und verbessern damit die Ökobilanz? Eines ist sicher: Das Heizen mit Holz erlebt derzeit eine Renaissance. Die wichtigsten Fakten finden Sie hier.

COUNTRY: Die Preise für Öl und Gas steigen, Holz erfreut sich als Brennstoff immer größerer Beliebtheit. Scheitholz, Pellets oder Briketts: Was unterscheidet die Materialien? Anja Behnke: Holzpellets sind standardisiert. Betreiber können sich darauf verlassen, dass deren Qualität stets gleich hoch bleibt. Eingeschränkt gilt dies für Holzbriketts. Auch die müssen einer DIN- Norm entsprechen, was in der Praxis nicht immer eingehalten wird. Scheitholz wird vom Vertreiber meist qualitativ hochwertig angeboten. Der Verbraucher muss dann selbst dafür sorgen, dass nur trockenes Holz in passender Größe und richtiger Menge in den Ofen kommt.

Bei Holzverbrennung entstehen Stoffe mit unterschiedlicher Wirkung. Welche? Wie bei jedem anderen Verbrennungsprozess entsteht auch bei Holz Kohlendioxid (CO2) – und zwar in der Menge, die der Baum während seines Wachstums im Holz gebunden hat. Solange nur so viel Holz verbrannt wird, wie auch nachwächst, trägt dieses Kohlendioxid nicht zur Klimaerwärmung bei. In Deutschland kann man davon ausgehen, dass dies der Fall ist. Wenn aber das Holz unvollständig verbrennt, können Stoffe wie das giftige Kohlenmonoxid (CO) entstehen oder Ruß oder eine Reihe von organischen Verbindungen, von denen einige schädlich sein können. Aus solchen Produkten und Aschebestandteilen setzt sich auch der in Öfen entstehende viel diskutierte Feinstaub zusammen.

Ist es also gesundheitsschädlich, mit Holz zu heizen? Die Entstehung von Schadstoffen ganz zu verhindern ist jedenfalls schwierig. Aber gut aufbereitetes, hochwertiges Holz, eine moderne, vom Fachmann kontinuierlich gewartete Feuerstätte und sachgerechte Handhabung verhindern die Emissionen sehr deutlich. Richtig verwendet, ist Holz ein umweltgerechter Brennstoff, der für behagliche Wärme sorgt.

Entstehen beim Verbrennen der Materialien unterschiedliche Emissionen? Ein Pelletofen kann genau auf den gut dosierbaren Brennstoff eingestellt werden – mit relativ wenig Emissionen. Stückholz erzeugt in der Regel mehr Emissionen, weil es in mehreren Phasen verbrennt.

Worauf sollte man beim Umgang mit Pellets und Holzbriketts in jedem Fall achten? Pellets und Holzbriketts sollten den jeweils relevanten Normen entsprechen (Pellets: DIN EN 14961-2, Klasse A1; Holzbriketts: DIN 51731 oder DIN EN 14961-3).

Anja Behnke, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Umweltbundesamtes, Fachbereich Chemische Industrie und Feuerungsanlagen.