Trend: Hobby-Imkerei

Lust an der Biene

Deutschland entdeckt die Lust an der Biene. Hobby-Imker versorgen sich nicht nur mit Honig, Wachs und Heilmitteln, sie tun auch der Natur etwas Gutes – und vor allem sich selbst.

Das Gesumm und Gebrumm kann Menschen leicht in Panik versetzen. Für Anke und Horst Haug ist es Musik in ihren Ohren, erzeugt durch die rasend schnelle Flügelbewegung Tausender Tierchen. Zehn Bienenstöcke hat die Familie auf der Wiese hinter ihrem Bauernhaus in Breitbrunn am Ammersee stehen. „Wenn mir beim Öffnen eines Bienenstocks der Duft von Blüten, Honig und Wachs entgegenschlägt, ist das wie Balsam“, schwärmt Anke, 32, von Beruf Physiotherapeutin. Mit ihren Kindern Karin, Julia und dem zweijährigen Franz zieht sie Kerzen aus eigenem Wachs oder rührt Cremes und Tinkturen mit edlen Inhaltsstoffen, die sie – neben reichlich Honig – von „ihren“ Bienen geerntet hat. 

Die junge Frau und ihr gleichaltriger Mann Horst, von Beruf technischer Fachwirt, versuchen sich seit zwei Jahren als Hobby-Imker. Damit sind sie nicht alleine: Die Imkerei findet immer mehr Anhänger, 80 000 Menschen sind es in Deutschland, ein Viertel davon allein in Bayern. Auch viele junge Städter sind darunter, die Bienen- kästen auf Dachböden, in Hinterhöfen oder sogar auf dem Balkon stehen haben. Die Biene, das wissen nur wenige, ist nach Rind und Schwein das drittwichtigste Nutztier.

Für Anke Haug ist die Beschäftigung mit ihren ungewöhnlichen Haustieren pure Entspannung. Und weil, wer sich unter Bienen begibt, gut beraten ist, sich ruhig zu bewegen und gelassen zu sein, ist für sie und ihren Mann die Imkerei ein wunderbares Mittel, vom Alltagsstress abzuschalten.

Wie kommt man ausgerechnet auf die Imkerei? Nun, die Haugs sind Naturliebhaber. Sie interessiert alles, was kreucht und fleucht. Bienen und ihre intelligente, längst noch nicht vollends erforschte Art, sich und ihr Leben zu organisieren, haben Anke Haug immer schon fasziniert. „Besonders spannend finde ich, dass man so wilde, aggressive Geschöpfe als Haustiere halten kann. Den Respekt vor ihnen darf man allerdings nie verlieren!“

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