Die älteste Produktionsstätte Europas

Gummi-Stiefel von Aigle

Sie wirken wie aus einem Guss. Doch die klassischen Kautschukstiefel bestehen aus bis zu 28 Einzelteilen, die noch von Hand zusammengesetzt werden – wie bei Aigle, der ältesten Produktionsstätte Europas.  

Vulkanisierung

Man könnte meinen, dass der Gummistiefel im regenreichen Großbritannien erfunden wurde, wo die Schlechtwetter-Puschen nach Arthur Wellesley (1769–1852), dem First Duke of Wellington, kurzerhand „Wellis“ genannt werden. Falsch! Erfunden wurden sie in tropischen Breiten – von den Indianern Südamerikas. Schon lange vor der Entdeckung durch Kolumbus tränkten sie Stoffe mit Latex, dem Milchsaft aus der Rinde angeritzter Kautschukbäume (Hevea brasiliensis), und fertigten daraus Schuhe.

Bis heute ist Kautschuk, was in der Indianersprache Perus so viel wie „Tränender Baum“ bedeutet, der Stoff, aus dem beste Gummistiefel gemacht sind. Der First Duke of Wellington entwarf 1825 den bis heute klassischen Schnitt der Stiefel, die anfangs aus Kalbsleder hergestellt wurden. Kautschuk hatte damals noch den Nachteil, bei Wärme klebrig und bei Kälte spröde zu werden. Erst nachdem der Amerikaner Charles Nelson Goodyear (1800-1860) entdeckte, dass der Rohstoff – vermischt mit Schwefel und Ruß – durch Vulkanisieren dauerhaft elastisch wird, trat Kautschuk als Gummi 1839 seinen Siegeszug an.

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Autor:
Dagmar Steffen