Das Erbstück

Ein geliebter Zweitürer

An Erbstücke knüpfen sich Geschichten und Geheimnisse – so auch an den Schrank im Stil eines Hamburger Schapps von COUNTRY-Leserin Katharina Süß aus München.

Schrank

„Schon als kleines Mädchen stand ich bewundernd vor dem Schrank meiner Großmutter, in dem sie Wäsche und Geschirr aufbewahrte“, erinnert sich Katharina Süß. Das imposante Möbel mit geradem Gesims, einem Schubladengeschoss und Kugelfüßen wirkt stilistisch wie ein Hamburger Schapp, ein besonderer Dielenschrank aus dem Barock. 

Gebeiztes Schnitzwerk: Im Gesims versteckt sich neben etlichen Figuren auch eine Maria mit Kind in üppigen Akanthusranken.

Ihr Urgroßvater kaufte den um 1880 gebauten Schrank um 1900 als Geldanlage. „Dass es sich nicht um ein Original aus dem Barock handelt, erfuhr ich allerdings erst vor Kurzem, als ich ein Gutachten brauchte“, stellt die leitende Physiotherapeutin an einer Münchner Fachklinik fest. Ihre Liebe zu dem Erbstück mindert dies jedoch in keiner Weise. „Ein Profi erkennt das schnell. Für die Schublade waren Werkzeuge eingesetzt worden, die es im Barock noch nicht gab, und das Nussbaum-Furnier ist für die Zeit zu dünn“, erklärt die 49-Jährige. Der Eichenschrank ist reich verziert und mit 2,30 mal 2,00 Meter fast so breit wie hoch. 

COUNTRY-Leserin Katharina Süß aus München

COUNTRY-Leserin Katharina Süß aus München

Die Großmutter entschied schließlich 2002, dass der Familienschrank wunderbar in das Wohnzimmer von Enkelin Katharina passt. Die ist kürzlich allerdings umgezogen. Und ausgesucht hat sie die neue Wohnung nach der Größe ihres Erbstücks!

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