Hausbesuch bei Markus Meindl

Luxus und Lederhosen

Es begann mit Trachten. Inzwischen stellt Markus Meindl internationale Ledermode mit Luxusanspruch her. In der Nähe von Salzburg hat er für seine Familie ein Haus gebaut, das alpinen Stil neu definiert. 

Wer in diesem Glashaus sitzt, hat eine prachtvolle Aussicht auf die Welt.

Von der Badewanne aus im ersten Stock eröffnet sich ein 180- Grad-Panorama. Markus Meindl blickt von dort direkt auf die „Stille Nacht“-Kapelle im österreichischen Nachbarort Oberndorf, wo das meistgesungene Weihnachtslied der Welt geboren wurde. Am Heiligen Abend kann er von der Wanne aus Japaner und Amerikaner auf dem Steg, der über die Salzach führt, frohlocken sehen. Im übrigen Jahr: ein liebliches, stilles Idyll.

Markus Meindl mit Lebensgefährtin

Lässig in Leder: Markus Meindl mit Lebensgefährtin Daniela Rockenschaub und Jagdhund Romeo.

Auf dem Gelände einer ehemaligen Brauerei im oberbayerischen Laufen ließ Meindl dieses urbane Landhaus errichten, einen Licht-Kubus mit integrierter Natur aus Glas, Holz und Stein. Als mutmaßlich einziger Mensch auf der Welt hat er sich darin einen exakt 16,83 Meter langen Pool gebaut. So kann er immer, wenn ihm danach ist, in die Familienhistorie eintauchen: Anno 1683 wurde der Schumacher Petrus Meindl im benachbarten Kirchanschöring erstmals urkundlich erwähnt.

Heute leitet der Nachfahre Markus Meindl in elfter Generation ein längst international operierendes Unternehmen, das noch immer auf erstklassig verarbeitetem Leder gründet. „Das ist eine Geschichte und eine Kultur, die nur wenige Firmen haben“, sagt der 41-jährige Firmenchef. Die bekannten Wanderschuhe der Marke Meindl stellen seine Cousins her. Die Mode von Meindl ist bisher vor allem Trachtenliebhabern ein Begriff. Das aber ändert sich gerade.

Von der Biosauna aus im ebenerdigen Spa wandert der Blick durch hohe Glas- wände über Rasen und Sommerpavillon mit gästefreundlicher Grillstation in die Bäume, zur schwungvollen Salzach und auf die pittoresken denkmalgeschützten Häuser auf der österreichischen Seite. Der größte Luxus: Privatsphäre. „Das Haus ist von keiner Seite aus einsehbar, und wir könnten hier den ganzen Tag nackt herumspringen“, sagt Meindl.

Holz, wohin das Auge blickt: Gebeizte schwedische Eiche als Fußboden, Eichenholz aus 300 Jahre alten bayerischen Stadln für Decken und Wände und die raumhohen Türen im Obergeschoss – als „Gegenspieler zur Kälte von Glas, Sichtbeton und Granit“, sagt der Hausherr. Holzwürfel wurden zu Deckenverkleidungen im Spa und im 3,90 Meter hohen Kaminzimmer gefügt, zu Schrank-und Regalskulpturen ohne konkrete Funktion im Wohnraum und an der Fassade. Holz begeistert ihn, „weil es zeitlos ist und Oberflächen erlaubt, die interessant sind und Tiefen besitzen. Das Design entspricht mir sehr: Sich immer neu orientieren, in neue Richtungen denken, mit Material und Handwerklichkeit auf eine unerwartete Weise spielen.“

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