Ausgefallene Tapeten-Motive

Zeit für Tapetenwechsel

Keine Angst vor Veränderung! Ragna von Wedel ist Inhaberin der Manufaktur „Wittenberger Tapete“ und erklärt, was Räume aufblühen lässt.

COUNTRY: Weshalb erleben Tapeten derzeit eine Renaissance?

Designerin Ragna von Wedel

Designerin Ragna von Wedel 

Nach Jahrzehnten weißer Wand hat man in Nordeuropa wiederentdeckt, dass eine Tapete den Raum nicht zerstört, sondern erweitert. Sie schmeichelt, schockiert, schmückt, provoziert – eine Tapete kann viele Funktionen erfüllen und ist vor allem reversibel: der berühmte Tapetenwechsel! Außerdem hilft eine Tapete, aus dem Raum eine Einheit zu zaubern. Sie kaschiert Schatten, Ecken oder Winkel.

Was, wenn das Zimmer sehr klein ist?
Viele denken, dass sich Tapeten nicht für einen kleinen Raum eignen. Doch gerade dort vermitteln sie ein behagliches Gefühl. Dieses „Cocooning“ hat in England eine lange Tradition.

Warum sind gerade florale Muster derzeit im Trend?
So transportiert der Designer die Natur in den Innenraum. Blütenfarben und Formen bieten eine unzählige Vielfalt: vom Blumenstrauß an der Wand bis hin zu Symbolen der Liebe oder der Unschuld wie beispielsweise Rosen oder Lilien. Blumen verknüpfen wir auch oft mit festlichen Momenten. Wir zelebrieren sie. Blumen wecken ein positives Gefühl in uns. Nicht nur im weiblichen Betrachter!

Wie dürfen wir uns das vorstellen?
Meine Eigenkreation „Je länger je lieber“ hat schon eine Garage in ein Esszimmer verwandelt! In ihrer Leichtigkeit versteckt sie unterschiedliche Blüten und Blätter. Ich bin stolz sagen zu können, dass nach dem Anbringen häufig ein erleichtertes Lob des männlichen Parts der Auftraggeber übermittelt wurde!

Weshalb haben Sie sich entschieden, handgedruckte Tapeten herzustellen?

Auf der richtigen Bahn

Das Gartengeißblatt stand Pate für das Dekor von „Je länger je lieber“. Denn so wird die Pflanze auch im Volksmund genannt.

Ich habe Malerei studiert. Da ist dekoratives Arbeiten völlig verpönt! Ich liebe es jedoch, Gestaltung und Ästhetik zu verbinden, also gestalte ich Räume. Außer- dem ist es eine wunderbare Handarbeit – Auf der richtigen Bahn: Das Gartengeißblatt stand Pate für das Dekor von „Je länger je lieber“. Denn so wird die Pflanze auch im Volksmund genannt. Designerin Ragna von Wedel lässt sie hier in einem Schloss in Schleswig-Holstein ranken. Angefangen von der handgebürsteten Grundierung in mindestens zwei Schichten bis zu den selbst gefertigten Druckvorlagen. Alles ist Liebe zum Detail.

Was für Fehler machen die meisten beim Gestalten mit Tapeten?
Man muss auf die Flächenwirkung achten. Tapetenbücher sind oft voll von starken, Aber kleinen Proben. Deshalb sollte man sich die Fotos von Raumaufnahmen ansehen. Soll eine Tapete nur als Hintergrund dienen, wählt man besser eine, die im Detail etwas langweiliger ist. Soll sie eine Aussage machen, muss man bei Farbe und Muster auch etwas riskieren! Keine Angst vor Veränderung! Just do it!

Infos: www.wittenberger-tapete.de