Die "Quinta da Bemposta" in Portugal

Hausbesuch bei Françoise Baudry

In Portugals Serra de Sintra hat die Inneneinrichterin Françoise Baudry sich mit der Quinta da Bemposta einen Hort zum Arbeiten und Leben geschaffen – inspiriert von den Gemälden ihres Großvaters.  

Es kann kein Zufall gewesen sein, dass es Inneneinrichterin Françoise Baudry ausgerechnet hierher gezogen hat – an den westlichsten Zipfel des europäischen Kontinents, Portugals Serra de Sintra, 50 Autominuten von Lissabon. In der waldigen Küstenregion, wo dank des Atlantiks stets eine kühle Brise weht, verbrachte Portugals Adel einst seine Sommerfrische, und bereits die Anfahrt ist eine Reise in die Vergangenheit: Landhäuser, Schlösser und subtropische Gärten wie der verwunschene Parque de Monserrate säumen die Straße, die zu Françoise Baudrys Quinta da Bemposta führt.

In ihrem „Landhaus am guten Platz“ sieht es aus wie in einem lebendig gewordenen Gemälde: überall Preziosen aus Glas, Schmuck und Antiquitäten, mit denen die Inneneinrichterin handelt. Hier betreibt sie auch ihre kleine Pension und lebt mit ihrem Mann, dem Maler Roland Bouvier. Die Französin erinnert sich lebhaft, wie sie vor 34 Jahren das Haus am Hang mit dem zwei Hektar großen Garten entdeckte. Ein Pariser Freund hatte die damals 29-Jährige mit auf eine Portugalreise genommen, und die Natur ließ sie oft an ihren Großvater denken, den belgischen Maler Jean vanden Eeckhoudt (1875–1946): „Hier in Sintra habe ich plötzlich die Farben aus seinen Bildern wiedergefunden.“

„Hier landet man in einer anderen Zeit“

Die Quinta stand zum Verkauf und war in gutem Zustand, „allerdings hatte sie einen schmutzig-gelben Anstrich, und die grauen Türen waren mit einem schwarzen Belag bedeckt“, erklärt die Hausherrin in charmantem, französisch angehauchtem Deutsch. „Als ich den Garten sah, wusste ich, ich bin zu Hause. Es wuchsen Artischocken und wilde Erdbeeren, und Nebel waberte. Alles war so magisch und mysteriös. Erst als ich wiederkam, um das Haus zu kaufen, entdeckte ich am Horizont das Meer.“ Die Quinta geht zurück auf das späte 18. Jahrhundert. Damals wohnten hier die Landarbeiter der benachbarten Quinta Bella Vista, die sich um die Orangenbäume und das Getreide auf den Gartenterrassen kümmerten.

Im 19. Jahrhundert zog dann der Adel ein. Fortan flanierten schöne Damen im Schatten der Orangenbäume, und ausgehend vom ältesten Teil des Hauses, der Küche, wurden immer neue Räume angebaut. „So wurde es eine echte Quinta mit vielen Nebengelassen“, weiß Françoise Baudry. Heute schmiegt sich die Quinta auf drei Ebenen an den Hang, mit 1000 Quadratmetern Wohnfläche und 14 Räumen, acht davon Schlafzimmer in der oberen Etage.

 

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