Möbel-Design

Gemütliche Sessel

Entspannung, Geborgenheit, Sorglosigkeit, Ruhe – das alles steckt im Begriff Gemütlichkeit. Ein Gefühl, das man nirgends besser erleben kann, als zurückgelehnt und gut gepolstert: im Sessel!

Einfach mal abschalten. Zur Ruhe kommen, den Kopf an ein mit Entendaune gefülltes Polster lehnen und die Gedanken schweben lassen. Das angenehme Gefühl, geborgen und mit der Welt eins zu sein macht sich breit … Ein komfortabler Sessel kann mindestens so viel wie eine Yogastunde. Termindruck? Stress mit der Familie? Nicht mit ihm. Wie kein anderes Möbelstück besitzt der Sessel regenerative Kraft. Was sich heute Lounging oder Cocooning nennt, hatte man bereits im Biedermeier entdeckt: Gemütlichkeit ist eine Erfindung des Bürgertums, das die eigenen vier Wände seit dem 19. Jahrhundert als privates Refugium und den Ohrensessel als Herzstück dieser neuen Innerlichkeit begreift. Eine kleine Welt für sich, bequem und geborgen, gut abgefedert gegen die Zumutungen des Alltags. Spießig? Jedenfalls nicht, was das Design betrifft.

Noch heute ist der Ohrensessel ein Paradebeispiel für schöne Form und Funktionalität. Ein Möbel, das gerade deswegen besonders gut aufs Land passt. Etwa die Modelle im Queen-Anne-Stil, deren seitliche Auspolsterungen im Kopfbereich sowohl vor (Kamin-)Hitze als auch vor Zugluft schützen. Wer die Füße hochlegen möchte, für den wurde schon 1735 die Bergere mit Hocker, aufgelegter Matratze und geschlossenen Armlehnen entworfen. Einfach nur die Seele baumeln lassen? Wo ginge das besser, als in Nana Ditzels Hängesessel „Egg“, der inzwischen zu den Designklassikern des 20. Jahrhunderts zählt. Doch egal ob hohe Lehnen oder tiefergelegte Liegefläche – hier sind 14 neue Modelle, in denen Sie es sich so richtig gemütlich machen können. Lauter Lieblingsplätze, auf denen nur noch eins gilt: Ruhe ist die erste Bürgerpflicht.

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Autor:
Cornelia Haff