Vegan-Kochbuch

Vegane Kinderküche

Vegane Kinderküche? Aber ja! Kochbuchautorin Jumana Mattukat erklärt, warum.

Vegane Küche

Wer allein lebt, kann sich ernähren, wie er möchte: vegetarisch, asiatisch, nach dem Trennkost-Prinzip. Kompliziert wird es, wenn eine Mutter beschließt, komplett auf tierische Produkte zu verzichten. Dieses Experiment wagte die TV-Journalistin Jumana Mattukat. Anfangs kochte sie für ihre Familie drei verschiedene Gerichte, inzwischen sind ihre Kinder Emilia (8) und Richard (5) „fast“ Veganer – nur auf Schokolade, Kekse und Gouda möchten sie nicht verzichten. Auch Mattukats Ehemann isst zu Hause weder Fisch noch Fleisch. Von diesem hürdenreichen Weg berichtet die 39-Jährige in ihrem Buch „Mami, ist das vegan?“ (J. Kamphausen Verlag, 16,95 €).

 
COUNTRY: Warum ist es so schwierig, für die Familie vegan zu kochen? Einschlägige Kochbücher gibt es doch inzwischen genug. Jumana Mattukat: Aber die sind ausnahmslos auf die Essgewohnheiten von Erwachsenen abgestimmt. Kinder haben eingeschränktere Vorlieben. Da müssen Sie viel experimentieren, damit es ihnen trotzdem schmeckt.
 
Gab es lange Gesichter? Zum Beispiel bei der Pizza ohne Mozzarella. Oder als es das erste Mal Reismilch gab. Inzwischen benutzen wir sie aber genauso selbstverständlich wie früher Kuhmilch.
 
Mami, ist das vegan?

 
„Mami, ist das vegan?“
(J. Kamphausen Verlag, 16,95 €)

Braucht man nicht plötzlich viele industriell gefertigte Produkte wie milchfreien Käse oder Tofu-Schnitzel? Und will man so etwas wirklich essen? Das kaufen Sie nur für eine Übergangsphase, in der Sie sich noch Sorgen machen, dass jemand etwas vermissen könnte. Dann finden Sie Alternativen: Wir nehmen zum Beispiel Mandelmus statt Sahne.
 
Warum haben Sie sich zu einer veganen Ernährung entschlossen? Wenn Kinder anfangen zu fragen: „Mami, wo kommt das Fleisch her und woher die Milch?“, merkt man, dass man ihnen die ganze Wahrheit nicht zumuten will. Bei mir mündete das in die Überlegung, dass für mich kein Tier leiden soll. Meinen Kindern wollte ich diese Ernährung aber keineswegs aufzwingen. Seit ich jedoch aus ganzem Herzen dazu stehe, machen sie von ganz allein mit.
 
Was hat sich seitdem verändert? Meine Geschmacksnerven: Früher habe ich Käse über alles geliebt. Schon nach zwei, drei Monaten veganer Ernährung empfand ich aber zum Beispiel einen Brotaufstrich, der mit Parmesan zubereitet war, als so intensiv, dass ich ihn nicht hinunterbrachte. Dafür schätze ich jetzt ich die Aromen von Obst und Gemüse ganz anders.
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