Backen mit Obst

Köstliche Zwetschgen-Rezepte

Blaues Wunder vom Baum: Jetzt hängen sie reif am Baum, frisch gepflückt schmecken sie am besten. Acht Klassiker aus der süßen Zwetschgenküche – von Schlosserbuam bis Zwetschgenwähe. 

Pflaume

Die Zwetschgenzeit kündigt sich mit einem untrüglichen Duft an. An manchen Spätsommernachmittagen muss man nur die Augen schließen und an einer Bäckerei vorbeigehen. Das süßliche Aroma der im Ofen leicht karamellisierten Frucht verbindet sich mit dem feinen Duft des Hefeteiges. Ein unwiderstehliches Lockmittel, oft begleitet vom Summen der Wespen, die sich auf den Kuchenblechen der Theken um den süßen Saft der Zwetschgen balgen. Es duftet wie konzentrierter Sommer.

Zwetschgen sind eine Unterart der Pflaumen und im Gegensatz zu ihnen länglich-oval geformt mit einem spitzen Ende ohne Bauchnaht. Ihr Fruchtfleisch ist grünlich-gelb und im Vergleich zu Pflaumen von festerer Konsistenz. Zwetschgen erkennt man daran, dass sich der Stein leicht aus dem Fruchtfleisch lösen lässt. Am besten schmecken Zwetschgen immer noch direkt vom Baum, wie damals in den Kindertagen, als man hoch in die Bäume kletterte und an Ästen entlanghangelte, die einen heute nicht mehr tragen würden.

Untrüglicher Duft

Dabei füllten sich die Erntekörbe auf wunderliche Weise nur sehr langsam, weil die schönsten Früchte ihren Weg direkt in den Mund fanden. Es ist gar nicht so einfach, gute Zwetschgen zu finden. Wer keinen Baum im Garten hat, sollte sich die Früchte von lokalen Obstbauern auf dem Markt besorgen. Zwetschgen reifen nicht nach und müssen vollreif geerntet werden, wenn sie schmecken sollen. Sie lassen sich deshalb nicht lange lagern oder weit transportieren.

Es gibt nichts Traurigeres als einen mit unreifen Zwetschgen gebackenen Kuchen. Die Früchte dürfen also keine grünen Stellen mehr haben, aber auch nicht überreif sein, was man an der geschrumpelten Haut rund um den Stielansatz leicht erkennt. Wenn Sie ein Blech Zwetschgendatschi backen, laden Sie sich am besten Freunde dazu ein. Denn so gut wie frisch aus dem Ofen schmeckt er nie wieder. Und schreibt man sie nun mit g oder ohne? Man darf, wie man will, sogar mit k. Am Rhein nennt man sie wie bei den französischen Nachbarn Quetsche.          


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