Wissenswertes über Milch

Die Milch

Weiß, unschuldig, gesund: Kaum ein anderes Nahrungsmittel steht für so unverfälschte Natur. 

Milch

Das Produkt: In der Milch stecken praktisch alle Nährstoffe, die wir zum Überleben brauchen. Vor gut 5000 Jahren haben Menschen zum ersten Mal davon berichtet, dass sie die Muttermilch ihrer gezähmten Auerochsen auch für sich selbst verwenden – meist in einer Frühform von Käse. Zum Volksgetränk wurde sie aber erst, als man sie vor rund 200 Jahren gezielt Hitze und Kälte aussetzte – womit das Pasteurisieren (kurzes Erhitzen bei rund 70 Grad) erfunden war. Wir kennen Schafs-, Ziegen-, Bü_ el-, Stuten-, Esels- , Soja- oder gar Mäusemilch, aber einfach Milch ist immer von der Kuh. Sie strahlt so unschuldig, weil sich Fett und Eiweiß darin in so feinen Kügelchen verteilt, dass das gesamte Lichtspektrum refl ektiert wird – zurück bleibt reines Weiß.

Die Qualität: Früher war klar: Die beste Milch gibt’s im Mai, wenn die Kühe nach dem Winter auf den frischen Weiden stehen. Wer heute einen Weidebauer in seiner Nähe hat, kann davon kosten. Rohmilch schmeckt recht animalisch und rahmig, denn direkt von der Kuh hat Milch bis zu sechs Prozent Fett. In der Molkerei wird sie homogenisiert und meist zu 3,5-prozentiger Vollmilch verarbeitet. Daneben gibt es fettarme Milch (1,5 Prozent) und Magermilch (0,3 Prozent Fett). Das alles muss gekühlt werden, während H-Milch draußen bleiben darf, so lange sie nicht angebrochen ist – sie wird dafür ein paar Sekunden lang auf bis zu 150 Grad erhitzt. Relativ neu ist Milch mit dem Zusatz „länger frisch“, was erst mal heißt, dass der Laden sie länger im Regal stehen lassen kann. Geöffnet hält sie aber auch nicht länger als normale Milch.

Der Mythos: „Kühe geben nur Milch, wenn sie Kälber haben.“ Stimmt eigentlich. Aber das Kalb wird der Kuh nach einer Woche schon wieder weggenommen, um der Melkmaschine Platz zu machen. Damit die einmal in Gang gesetzte Milchquelle weiter sprudelt, wird nach drei Monaten wieder befruchtet – dann kommt die Milch fürs nächste Kalb, bevor die für den Vorgänger versiegt. Mit jedem Kalb steigt die Menge, sodass eine Kuh nach drei bis vier Geburten in ihrem sechsjährigen Durchschnittsleben an Spitzentagen zu 50 Liter Milch geben kann.

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Autor:
Sebastian Dickhaut