Wissenswertes über Lebensmittel

Der Tee

Abwarten und Tee trinken: Kein anderes Getränk sorgt für mehr Ruhe und Entspannung, vor allem an frostigen Winterabenden.

Teetasse

Das Produkt

Wie lange genau die Welt schon Tee trinkt, ist nicht zu sagen. Begonnen haben damit die Chinesen, in deren Reich der Ursprung der Teepflanze „Camellia sinensis“ liegt. 

Von dort aus hat der anregende bis entspannende Aufguss Russland, den Orient und vor allem Indien erobert, das die Welt des Tees mindestens zweifach bereichert: Zum einen fanden sich in Assam ebenfalls wilde Teepflanzen, zum anderen entwickelte sich das Hochland von Darjeeling zur der Adresse für die besten Tees der Welt. Nach Mitteleuropa brachten holländische Schiffe den Tee am Anfang des 17. Jahrhunderts, wo er schnell Furore beim Adel wie bei Medizinern machte, die ihn als Heilmittel empfahlen. Bald entdeckten die Engländer den Tee für sich und sorgten mit der East India Trading Company dafür, dass der immer größer werdende Durst auf der Insel immer rascher gestillt wurde. Die legendären Rennen der englischen Teeklipper finden bis heute ihre Fortsetzung in dem Kampf der Händler, wer den ersten jung geernteten Flugtee in den Läden hat.

Die Qualität

Wenn früher von Tee die Rede war, meinte man vor allem Earl Grey. Inzwischen hat Tee eine „Produktdiversifikation“ hinter sich, dass einem schwindelig wird. Um den Überblick über grünen Tee und Roibosh, „Abendstimmung“ und Mate zu behalten, sollte man die Basics kennen, die schon das Etikett verrät. 

Pekoe (kurz P) steht für den Standard eher kurzer, fester Teeblätter, Orange Pekoe (OP) für längere und feinere Teeblätter, wie sie einst das holländische Königshaus Oranje wünschte. Für hochwertige Sorten werden nur die beiden jüngsten Blätter an der Spitze eines Zweigs gepflückt plus der Blattsprosse, Tip genannt. Tippy (T) steht für einen hohen Anteil dieser Sprossen. Teesträucher können mehrfach im Jahr abgeerntet werden, wobei die erste Pflückung – First Flush – als besonders fein und blumig gilt, dafür wird der im Sommer geerntete Second Flush als aromatischer geschätzt. Broken (B) steht für Tees, die nicht aus ganzen Blättern bestehen – kein Zeichen guter Qualität. Liest man dagegen „SFTGFOP 1“, kann’s nicht mehr besser werden – denn „Special Finest Tippy Golden Flowery Orange Pekoe 1“ ist das beste Teesiegel. Klingt kompliziert? Simpel kann man sagen – jeder Buchstabe weniger ist eine Stufe drunter.

Der Mythos

In Asien und England trinkt man den meisten Tee. Von wegen: Tatsächlich leben die stärksten Teetrinker in Ostfriesland. 290 Liter Tee pro Kopf wurden dort 2010 aufgebrüht, ein Weltrekord, den man seit Jahren hält.

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Autor:
Sebastian Dickhaut