Wissenswertes über Lebensmittel

Das Wasser

Ohne Wasser läuft nichts. Das essenziellste Lebensmittel der Welt hat eine Seele und vor allem Geschmack.

Wasser im Glas

Das Produkt: Ein paar Tage ohne Essen – das schafft unser Körper. Wenn wir aber nichts trinken, sind wir schnell dem Tod nahe. Wasser ist ein Lebensmittel wie kein anderes: Es lässt Obst und Gemüse gedeihen, tränkt das Vieh und gibt Fischen Lebensraum. In Europa sind die Italiener die ausgiebigsten Wassertrinker. Begonnen haben aber die Franzosen, aus H2O ein Luxusprodukt zu machen. Heute können wir zwischen kanadischem Eisbergschmelz oder tasmanischem „Wolkensaft“ wählen, abgefüllt in Flaschen, die von Calvin Klein entworfen, mit Swarovski-Kristallen besetzt oder vom Vollmond beschienen sind. Das teuerste Wasser der Welt ist zur Zeit „Rokko No Mizzu“, ein japanisches Gebirgsquell wasser für mehr als 100 Euro je Liter. Die rund 200 deutschen Mineralwasser macher können einen anderen Superlativ bieten: Mehr als fünf Milliarden Mal ist bis heute die berühmte „Perlenflasche“ in Umlauf gebracht worden, Ende der 60erJahre vom Designer Günter Kupetz als Einheitspfandflasche entworfen.

Die Qualität: Die einfachste Art, zu einem guten Schluck H2O zu kommen, ist, den Hahn aufzudrehen. Was als Leitungswasser im Glas landet, ist Grundwasser, das so aufbereitet wurde, dass man es ab Werk trinken kann. Aus weit tieferen Schichten stammt das natürliche Mineralwasser, das auf seinem Weg unter die Erde natürlich gefiltert und mit Mineralien sowie Kohlensäure angereichert wurde. Sein Titel wird ihm amtlich verliehen, wenn es direkt an der Quelle in Flaschen gefüllt wird und „nachweislich ernährungsphysiologische Wirkungen“ besitzt. Auch am Namen kann man natürliches Mineralwasser erkennen – nur sie dürfen „Sprudel“, „Brunnen“ oder „Quelle“ genannt werden. Quellwasser stammt ebenfalls aus der Tiefe und hat Trinkwasserqualität, muss aber keine amtliche Anerkennung haben. Außer dem Zusatz von Kohlensäure und dem Entfernen von Eisen dürfen Mineralund Quellwasser keiner weiteren Bearbeitung unterzogen werden. Anders beim Tafelwasser – das kann ein Gemisch aus Mineral, Leitungsund sogar Meerwasser sein. Heilwasser gilt als Arzneimittel und nicht als Lebensmittel – und so schmeckt es auch. Besonders beliebt ist levitiertes oder belebtes Wasser. Dabei wird herkömmliches Wasser mit hoher Geschwindigkeit durch Schläuche gewirbelt und „auseinandergezogen“. Es soll den Körper entschlacken und schmeckt besonders gut.

Der Mythos: Wasser siedet bei 100 Grad. Das kommt drauf an, wo man es kocht. Auf Meereshöhe fängt Wasser im Topf bei 100 Grad an zu sieden – wie zum Beispiel in Emden. Je höher der Ort, desto niedriger ist der Luftdruck und umso leichter siedet und dampft es im Topf: in München (500 Meter über dem Meeresspiegel) schon bei 97 Grad, auf der Zugspitze (knapp 3000 Meter) gar bei 90 Grad. Und auf dem Himalaja reichen schon 70 bis 75 Grad.

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Autor:
Sebastian Dickhaut