Bio-Genussguide

Mehr gutes Schwein kann man nicht haben

Rudolf Bühler ist Schweinezüchter aus Wolpertshausen und gehört zu den besten Öko-Erzeugern in Deutschland. Artgerechte Tierhaltung war noch kein Thema, als der Entwicklungshelfer neue Wege ging.

Ferkel auf dem Sonnenhof

Der Wind pfeift eisig und treibt kalten Regen vor sich her. Den großen Mann mit dem breitkrempigen Filzhut scheint das nicht zu stören. Ebenso wenig wie Jasmin, Charlotte, Nathalie und die anderen, auf die Bauer Bühler voller Stolz blickt. Mit großer Gelassenheit schnüffeln seine Prachtschweine auf ihrer Weide beim Sonnenhof, zupfen hier am Gras, wühlen dort im Morast oder schrubben sich beim hölzernen Unterstand ein bisschen aneinander.

Die mit den charmanten Namen sind alles Schwäbisch-Hällische Landschweine: groß, robust und wirklich hübsch mit ihren schwarzen Köpfen und langen Schlappohren, der rosaroten Mitte und den dunkel gefleckten Hinterteilen. Das gute Aussehen allein war’s nicht, warum sich der fränkische Landwirt aus dem 2000-Seelen-Dorf Wolpertshausen im Hohenloher Land zwischen Schwäbisch Hall und Bad Mergentheim so vehement für das Überleben der ältesten in Deutschland gezüchteten Schweinerasse eingesetzt hat. 

„Je gesünder, artgerechter und anständiger die Tiere gehalten werden, umso besser ist ihr Fleisch. Wir Bauern müssen unsere Leitbilder neu definieren und uns auf unsere ethischen Wurzeln besinnen“, meinte der Mann schon, als noch niemand von Bio und Öko schwärmte und der Bühler mitsamt Kumpanen als Spinner verschrien waren. Unter seinem Vorsitz gründete sich 1988 die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall mit Richtlinien, die immer noch über die vorgeschriebenen Tierschutz- und Öko- Normen hinausreichen – von der Hege und Pflege bis zur Schlachtung ohne Grausamkeit und der Selbstvermarktung, „weil es wichtig ist, welche Aura unsere Lebensmittel umgibt“. Aus ehemals acht, sind heute 980 regionale Mitgliedsbetriebe geworden, die 80 Millionen Euro umsetzen.

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