Landgasthof Herzogin Anna

Schlemmen in Bayern

Im Landgasthof Herzogin Anna bei Garmisch gibt es eine der besten gutbürgerlichen Küchen der Region – mitten im Staatsgestüt Schwaiganger.

Landgasthof Herzogin Anna

Die Herzogin hätte wohl ihre Freude gehabt. Maria Anna von Bayern, die im 18. Jahrhundert verhindern konnte, dass Niederbayern an Österreich fiel, verbrachte ihre späten Jahre auf Gut Schwaiganger. Ein Gasthaus gab es dort damals noch nicht – und auch keinen Biergarten mit imposanten Kastanien, die Tische beschirmen.

Pferde

Das Glück dieser Erde liegt vor der Weide der Pferde. Der Blick vom Biergarten reicht bis zum Wettersteingebirge.

Längst hat sich dieses bezaubernde Einkehrfleckchen im Werdenfelser Land herumgesprochen. Beispielsweise bei Wanderern, die sich nach einer anstrengenden Tour mit einer ordentlichen Brotzeit belohnen wollen. Evi und Bernd Heinlein, die das Wirtshaus vor sechs Jahren übernommen haben, legen Wert darauf, dass „die Zutaten aus der Region stammen und allein deshalb schon frisch sind“. Das Fleisch vom Schwäbisch-Hällischen Landschwein kommt als Schweinsbraten in Dunkelbiersoße auf den Tisch. Die Saiblingsfilets in Zitronenbutter stammen aus dem nahen Kochelsee. Daneben gibt es saisonal wechselnde Schmankerl wie Böfflamott oder Wild aus den angrenzenden Wäldern.
 
An Regentagen und während der kalten Jahreszeit speist man in der historischen Stube mit Gewölbe und Kachelofen. Deren Lampen wurden vor 90 Jahren in der gutseigenen Wagnerei gefertigt und zeigen einen „Hengst in der Levade“, einer Figur der klassischen Reitkunst. Das Motiv kommt nicht von ungefähr: Seit 1920 ist Schwaiganger Stammgestüt des Freistaats Bayern, mittlerweile fungiert das Gut zudem als Fortbildungszentrum für Pferdehalter; auch eine Hufbeschlagschule ist hier untergebracht. Und wenn an Sommerabenden im Biergarten der Dämmerschoppen eingeläutet wird, stampfen die Warmbluthengste auf der angrenzenden Koppel leise im Takt.
 

Herzogin Anna – Fakten und Tipps

Evi und Bernd Heinlein
Welche Wege führen hin? Schwaiganger liegt eine knappe Autostunde von München entfernt, gleich bei der Ausfahrt Murnau/ Kochel der A95 nach Garmisch.
 
Was sollte man nicht verpassen? Im Sommer gibt es an jedem ersten Samstag im Monat einen Jazz-Dämmerschoppen. Führungen durchs Gestüt werden von Mai bis Mitte Oktober dienstags bis donnerstags um 13.30 Uhr und 15.00 Uhr angeboten (www.schwaiganger.bayern.de).
 
Was liegt nahe? Naturliebhaber zieht es ins Murnauer Moos, das größte zusammenhängende Moor Mitteleuropas. Kulturinteressierte widmen sich in den Museen von Murnau und Kochel der Kunst des Blauen Reiters. Wasserratten kommen am Staffelsee auf ihre Kosten, Bergfexe bei der Rundtour zu Herzogstand und Heimgarten. Wer nicht schwindelfrei ist, schaut sich die Gipfel einfach vom Biergarten aus an.
 
Landgasthof Herzogin Anna
Schwaiganger 1, 82441 Ohlstadt
Tel. 08841/626430, www.herzogin-anna.de
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Tatjana Seel