Bio-Genussguide

Äppelwoi für Feinschmecker

Andreas Schneider ist Obstbauer aus Nieder-Erlenbach und gehört zu den besten Öko-Erzeugern in Deutschland. Selten macht Obst so schön Karriere, wie als traditioneller „Äppelwoi“ für Feinschmecker.

Äpfel satt

Wenn bei Frankfurt die rote Sonne hinterm Apfelbaum versinkt ..., dann braucht der Hesse ein lauschiges Plätzchen unter alten Bäumen und ein Glas „Stöffche“, Äppelwoi, Äppler, Ebbelwei oder wie immer man Apfelwein nennen mag. Auf dem Obsthof am Steinberg in Nieder- Erlenbach, 15 Autominuten nordöstlich der großen Stadt, bekommt der Besucher beides. Und sicher nicht irgendeinen Apfelwein, sondern womöglich den aus der guten alten Apfelsorte Goldparmäne. „Ja, das wird der Renner aus 2007“, sagt Andreas Schneider, Besitzer des Hofes, Obstbauer und engagierter Apfelweinproduzent. Bei ihm, das ist verbrieft,werden selbst Hamburger, Münchener oder Berliner zu überzeugten Äppelwoi-Trinkern.

Äpfel

Etwa 35 000 Liter Apfelwein werden hier pro Jahr produziert.

Über mögliche Nebenwirkungen des Getränks ist ganz Deutschland unterrichtet, 30 Jahre „Zum Blauen Bock“ zeigten: Der Genuss kann zu herrlichen Schunkelanfällen führen. Doch viel mehr weiß kaum einer. Ein weiterer Grund, Andreas Schneider zu besuchen. 13 Hektar alte Streuobstwiesen und Felder, Gesumme und Gezwitscher in der Luft. Steht man vor dem Hof, sieht man in der Ferne den Taunus und nach einer 180-Grad-Drehung die Skyline von Frankfurt. Andreas Schneider, Jahrgang 1969, ist hier unter Apfelbäumen aufgewachsen. 1993 hat er den Hof von seinen Eltern übernommen, ein Jahr darauf stellte er auf biologischen Anbau um. Er düngt mit Pferdemist, Kleegras und Trester, den Apfelresten vom Entsaften. Schon 2002 gewann er die Silbermedaille „Ökologischer Landbau“.

Etwa 35 000 Liter Apfelwein werden hier pro Jahr produziert, das ist verglichen mit anderen Keltereien wenig, aber 50 verschiedene Sorten, das ist vergleichsweise viel. Darunter sind immer Weine, die Schneider „Pik-Asse“ nennt, die noch ein paar Jahre lagern dürfen und ein Plätzchen in seinem Weinarchiv bekommen. Dass er neben Obst und Saft auch Wein produziert, ist „eine Entscheidung aus Liebe, Liebe zum Produkt“. Und so kann man mit ihm in der kleinen hofeigenen Schoppenwirtschaft stundenlang über Apfelwein sprechen: Wann er die Birne als interessante Ergänzung im Apfelwein entdeckt hat. 2001. Warum er jetzt zum Lernen nach Australien fährt. „Die machen unglaublich gute Eisweine dort!“ Was eine Produktion vermasseln kann. Natürlich das Wetter.

Seite 1 : Äppelwoi für Feinschmecker
Schlagworte:
Quelle: