Interview: Gabriella Pape, Mark Adams

Nachhaltige Möbel und Gärten

Ein Leben ohne Verschwendung: Die eine möchte möglichst viele zum richtigen Gärtnern anstiften, der andere Möbel machen, die möglichst lange halten. Von Gabriella Pape und Mark Adams wollte COUNTRY wissen, wie Design und Natur zusammenpassen.

Gabriella Pappe und Mark Adams

Mark Adams ist Engländer und leitet die von dem Dänen Nils Vitsoe mitbegründete Möbelfirma Vitsoe. Dort verzichtet er darauf, ständig neue Möbel auf den Markt zu bringen. Stattdessen wird das Regalsystem 606 nach einem Entwurf von Dieter Rams aus dem Jahr 1960 kontinuierlich so weiterentwickelt, dass es möglichst lange hält. Gabriella Pape vereint als Chefin der traditionsreichen Königlichen Gartenakademie in Berlin-Dahlem englische und deutsche Gartenkunst. Beide sind unkonventionelle Denker, und sie haben eine Mission: besser leben ohne Verschwendung. Auf Einladung von COUNTRY redeten die beiden darüber, was Natur und gutes Design verbindet.

COUNTRY: Wie beeinflusst die Idee der Nachhaltigkeit Ihre Arbeit?

gestalteter Garten

Grüne Pracht: Ein von Gabriella Pape gestalteter Garten in der Königlichen Gartenakademie.

Gabriella Pape: Bei mir wird der Radius, den ich dafür ziehe, woher die Dinge kommen sollten, immer kleiner. Wir importieren, um ein Beispiel zu nennen, so viel Stein aus den falschen Gegenden. Man weiß nicht, wie er gewonnen und verarbeitet wird. In hiesige Gärten gehören keine Steine von fernen Kontinenten. Ich möchte gern den Sinn dafür wecken, dass wir über einen ungeheuren Reichtum an lokalen Materialien verfügen.

Mark Adams: Das erinnert mich an die vielen Engländer, die nach dem Portugal-Urlaub auf der Terrasse blendend weiße Platten verlegen. Natürlich sind sie in dem britischen Klima nach zwei Jahren voller Moos und Schimmel.

Pape: Wir haben nun mal ein anderes Klima, ein anderes Licht und eine andere, eigene Sensibilität. Bei uns sehen andere Dinge gut aus. 

Adams: Nachhaltiges Design bedeutet nicht, dass es aus Pappe ist oder Bambus. Etwas so Aufwendiges wie Möbel sollte zwei, drei Generationen halten.

Pape: Das Gefühl dafür, wo Pflanzen und Materialien hingehören, ist abhandengekommen. Und damit auch das Gefühl, dass eben nicht alles geht. Gärten sind wichtige, friedvolle Plätze. Wenn man das Falsche in sie hineinträgt, zerstört man ihre Aura.

 

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