Autorin Holde-Barbara Ulrich

Der eigene Badesee

Ein eigener Badesee vor der Tür – diesen Traum hat sich die Autorin Holde-Barbara Ulrich im Havelland erfüllt. Zwar lief einiges anders als geplant, aber nun sieht man ihm nicht mehr an, dass er auf Vlies und Folie angelegt ist. Hier beschreibt sie mit Humor, wie sie ihre Idee von einem Naturteich gegen Widerstände durchsetzte.

Mein neues Grundstück im Havelland ist eine große Wiese – und leider völlig verwildert. Bis mir die Idee mit dem See kommt. 

Ich träume von einem Badeteich, wie ihn mein Freund Paul hat: ganz natürlich und ohne einen tristen Feldsteinrand. Mit ein wenig Eigeninitiative, was die Entrümpelung angeht, müsste sich das machen lassen. Außerdem hat die Teichbaufirma, die sich ein paar Dörfer weiter niedergelassen hat, ihre Mitarbeit angeboten. Als ich höre, dass sie vor Kurzem noch Kohl angebaut hat, leihe ich mir doch lieber Pauls Fachliteratur und mache mich sachkundig über Pflanzterrassen, Vlies- und Folienstärken, Uferwall, Ufermatte, Saugsperregraben und Selbstreinigungsprozess.

Dank unserer dorfeigenen Agrargenossenschaft und ihren landwirtschaftlichen Maschinen ist das Gelände schnell vom Gestrüpp geräumt, geglättet und bereit für die Grabungsarbeiten. Als mir der Teichbauspezialist vorrechnet, dass die Wasseroberfläche so um die 350 Quadratmeter betragen wird, beschließe ich, nicht mehr von einem Teich zu reden, sondern von einem See.