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Vögel

Wie kam es zum weitgehend schlechten Sommer 2012?

Der nasse Juni und Juli dieses Jahres passen zu einem meteo­rologischen Trend zu sich immer länger festsetzenden Großwetterlagen. Grund ist der Jetstream, ein Band starker West­winde, das in großer Höhe um die Nordhalbkugel mäandert und die Grenze zwischen den Tiefdruckgebieten im Norden und den Hochdruckgebieten im Süden bildet. Triebfeder des Jetstream ist die Temperaturdifferenz zwischen den Luftmassen der polaren und gemäßigten Breiten. Weil sich die Arktis im Zuge des Klimawandels schneller erwärmt als der Rest der Erde, schmilzt nicht nur das Meereis um den Nordpol auf immer neue Negativrekorde zurück (im September 2012 erstmals auf weniger als vier Millionen Quadratkilometer).

Die polare Aufwärmung verlangsamt offenbar auch den Jetstream. Die Folge sind größere Mäander-­Schleifen, die sich nur noch langsam verlagern und so für länger anhaltende Extremwetterperioden sorgen. Ein Trost: Je nachdem, wie die Schleifen des Jetstream über Europa liegen, kann dies auch ungewöhnlich schönes Wetter bedeuten. So steht dem trüben Juli in der Wetter­statistik ein ungewöhnlich warmer und sonniger März 2012 gegenüber.

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Autor:
Georg Rüschemeyer