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Warum behalten Tannen ihr Nadelkleid?

COUNTRY beantwortet Fragen zu Pflanzen & Tieren, Wald & Wiese. Zum Beispiel: Wie finden Eichhörnchen ihre versteckten Nüsse wieder? Und warum behalten Tannen ihre Nadeln?

Tannenzweig

Warum sieht man Tannen und Fichten nie so kahl wie Laubbäume?

Die Nadeln eines Koniferengewächses (vulgo: Nadelbaums) können bis zu zehn Jahre alt werden. Dann, aber auch erst dann, ist auch für sie die Zeit gekommen, wie das dicke Polster von braunen Nadeln in einem Fichtenhain zeigt. Während allerdings die neuen Nadeln wie bei der beblätterten Verwandtschaft im Frühjahr erscheinen, rieseln die alten kontinuierlich das ganze Jahr über ab. Einzige heimische Ausnahme ist die Lärche, die ihre Nadeln in der Regel wie ein Laubbaum jeden Herbst abwirft und dann komplett erneuert. Dieses Abwerfen der Blätter (und Lärchennadeln) ist ein aktiver Prozess, der den Baum vor dem Verdursten schützt. Denn wenn im Winter der Boden gefriert, kann er kein Wasser mehr aufnehmen, wohl aber über die vielen winzigen Spaltöffnungen der Blätter verlieren. Tannen und Fichten schützen sich vor dem Austrocknen unter anderem durch eine dicke Wachsschicht und darin tief eingesenkte Spaltöffnungen, die im Winter kaum noch transpirieren. Ob Abwerfen oder nicht, beide Strategien dienen dem gleichen Ziel: die kalte, dunkle Jahreszeit zu überstehen.

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Autor:
Georg Rüschemeyer