Tiere entdecken

Richtig Spuren lesen

Ein Fußabdruck, eine Feder oder eine Nagespur – der dänische Zoologe und engagierte Naturschützer Lars-Henrik Olsen ist Spezialist für das Lesen von Tierspuren. 

Spuren

COUNTRY: Wann und wo findet man die Spuren von Tieren? Lars-Henrik Olsen: Eigentlich zu jeder Jahreszeit, aber die klarsten Spuren finden sich naturgemäß im frisch gefallenen Schnee. Die günstigste Tageszeit ist wohl der Morgen. Und in der Nähe von Wasser finden sich besonders viele Fährten.

Was fasziniert Sie an der Fährtensuche? Wir haben ein Ferienhaus in den Wäldern. Abends huschen dort viele Tiere vorbei – Füchse, Rehe, Nager. Am nächsten Tag kann ich anhand ihrer Spuren erkennen, was die da taten. Wo sie schliefen, was sie gegessen haben, wo sie hinwollten.

Worauf muss man achten, wenn man einem Tier folgt? Es ist wichtig, gegen den Wind zu gehen, und zwar so leise wie möglich. Man kann auch kleine Äste aufheben, um knackende Geräusche zu vermeiden. Am meisten wissen die Buschmänner der Kalahari: Wenn sie ein Tier einer Herde mit einem Pfeil verletzt haben, können sie anhand der Fußspuren im Sand erkennen, welches Tier sie verfolgen müssen.

Braucht man kriminologisches Gespür, um Tierspuren zu deuten? Man muss die Tiere der Gegend und ihre Gewohnheiten kennen.

Ist es gefährlich, Tieren nachzustellen? Kommt auf das Tier an! Einmal lief ich seelenruhig einer Wildschweinspur nach und stand unvermittelt vor einem Kessel, in dem eine Bache wild rumorte, zum Glück ohne mich zu bemerken.

„Tierspuren“, Lars-Henrik Olsen, 296 S., 900 Abbildungen, blv Buchverlag, 19,95 €

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