Insekten: Buchsbaumzünsler

Raupe Nimmersatt

Sein Name: Buchsbaumzünsler. Seine Mahlzeit: Buchsbaumblätter. Experte Jürgen Hoppe erklärt, wie man das beliebte Gartengehölz vor der grün-gelb-schwarz gestreiften Raupenplage schützen kann. 

Buchsbaum

COUNTRY: Der Buchsbaum gilt als sehr robust. Trotzdem stehen seit einiger Zeit alte Prachtexemplare und ganze Hecken kahl und braun in vielen Gärten. Was ist passiert? Jürgen Hoppe: Das ist das Werk des Buchsbaumzünslers. Die Raupen dieses Falters ernähren sich ausschließlich von Buchsbaumblättern. Die frisch geschlüpften Raupen knabbern erst die Unterseite des Blatts an, was man an hellen Flecken an der Blattoberseite erkennt. Später fressen die Tiere, die immerhin fünf Zentimeter lang werden, die Blätter auf und nagen die Triebe bis aufs Holz ab. Das hinterlässt dann die traurigen Gerippe, die man bisher vor allem im Südwesten Deutschlands sieht.

Woher kommt dieser Buchsbaum-Killer auf einmal? Der Schmetterling ist in Ostasien heimisch und wurde vermutlich durch Pflanzenimporte eingeschleppt. 2007 wurde er am Oberrhein zum ersten Mal gesichtet. Inzwischen hat er sich bis ins Ruhrgebiet ausgebreitet, vor allem nach Baden-Württemberg, aber auch nach Bayern, Hessen und Niedersachsen. Da sich der Buchsbaumzünsler in unserem Klima offenbar wohlfühlt und hier keine natürlichen Feinde hat, wird er sich vermutlich noch weiter ausbreiten.

Wie kann man seinen Buchsbaum vor dem Befall bewahren? Einzige Mittel ist, seine Buchsgewächse zu kontrollieren. Wer im Juni helle Schmetterlinge mit dunklem Saum im Garten beobachtet, sollte sich ca. zwei Wochen später auf die Suche nach Raupen machen. Rund zwei Monate später ist schon eine neue Schmetterlingsgeneration zur Eiablage bereit. Die letzte Raupengeneration überwintert oft in Gespinsten im Inneren des Buchsbaums. Ab März beginnen die Tiere zu fressen.

Und wie befreie ich den Buchsbaum von den Raupen? Man kann versuchen, die Raupen vom Buchs abzusammeln. Da sich die Raupen gern ins Innere des Gehölzes zurückziehen, ist das bei dem dichten Blattwerk und Geäst eines Buchsbaums schwierig. Im Grunde hilft nur spritzen, etwa chemische Pflanzenschutzmittel gegen beißende und saugende Insekten mit den Wirkstoffen Thiacloprid („Calypso“) oder Acetamiprid („Careo“). Auf biologischer Basis wirkt das Bakterium Bacillus thuringiensis („Xentari“). Es stoppt den Fraß, weil es den Darm der Raupe angreift. Eine Substanz aus dem Neembaum („Neem-Azal“) hemmt die Entwicklung der Raupen. Wichtig beim Sprühen ist, alle Blätter oben und unten und bis ins Innere des Buchsbaums zu erreichen.

Kann sich ein abgefressener Buchsbaum noch einmal erholen? Sind Triebe bis aufs Holz abgefressen, wird dort nichts mehr wachsen. Man muss also bis ins „Gesunde“ zurückschneiden. Das kann einen schön geformten Buchsbaum sehr zerfleddern. Aber das Gehölz ist widerstandsfähig und erholt sich schnell wieder.

Müssen wir uns in Zukunft von der Buchsbaumhecke verabschieden wegen dieser Raupen? Nein, und es wäre auch schade, auf dieses schöne Gehölz zu verzichten. Wer aber in einer Risikogegend etwas Alternatives anpflanzen möchte, fährt gut mit Kirschlorbeer, Berberitze oder Taxus.

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Autor:
Petra Apfel