Fragen an die Natur

Was sind Hundstage?

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Hundstage
Als Hundstage bezeichnet man heute die Zeit zwischen 23. Juli und 23. August, die mit der heißesten Phase des Hochsommers einhergeht. Der Name geht auf das Sternbild „Großer Hund“ zurück und bezeichnet die Zeit, in der dessen Hauptstern Sirius etwa zeitgleich mit der Sonne über den Horizont steigt. Im alten Ägypten markierte dies den Beginn der segensreichen Nilflut. Bei den Römern galten die „dies caniculares“ dagegen als Zeit von Krankheit und Unglück, das durch die Opferung von Hunden abgewendet werden sollte. Diese negative Sicht übernahm man in Europa: Im „Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens“ von 1932 zieht sich die Beschreibung entsprechender Ängste und Bauernregeln über drei Seiten. Demnach sollte man während der Hundstage nicht die Haare waschen, keinen Aderlass durchführen, nicht Holz fällen und vor allem nicht heiraten, „weil dies zu schlimmen Ehen führt“. Auch vor dem Baden fürchteten sich unsere Vorfahren – und das ausgerechnet zur heißesten Zeit des Jahres.
 
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Autor:
Georg Rüschemeyer