Blumen

Die Kamelie

Modeblume der Mätressen und Markenzeichen für Eleganz, verewigt in der Kunst und lange verschmäht – die Kamelie hat Höhen und Tiefen wie kaum eine andere Blume erlebt. Heute wird sie wieder für ihre Blütenpracht geliebt. 

Symbol für Verruchtheit, Erotik und Verführung pur.

Die Rose als Königin der Blumen steht für reine Liebe. Die Kamelie hingegen ist eine geheimnisvolle, flatterhafte Fürstin, Symbol für Verruchtheit, Erotik und Verführung pur. Eine kapriziöse Diva mit Allüren, die uns mitten im Winter betört mit ihren zauberhaften Blüten, aber Kopfzerbrechen bereitet wegen ihrer Ansprüche. Daher wird sie vor allem von Kennern geliebt und geschätzt. Ganz langsam in Mode kommt die herbstblühende Kamelie (‘Camellia sasanqua’), weil Experten sie für verlässlicher halten als die winterblühende und weil sie, anders als andere Kamelien, duftet – wenn auch mehr herb als süß.

Die empfindliche Blume gedeiht an günstigen Standorten auch im Freien. Wer sichergehen möchte, lässt sie in Wintergarten oder Gewächshaus überwintern. Dort präsentiert sie, je nach Sorte und Standort, von September bis Mai pfauengleich ihre prachtvollen Blüten. Das Mekka der Kamelien-Liebhaber ist Zuschendorf, ein verwunschener Ort nahe Dresden. In nostalgischen Gewächshäusern wird ein einzigartiger botanischer Schatz gehütet: die nach dem Hofgärtner des Kurfürsten benannte Seidel’sche Kameliensammlung. Nach einem Besuch dürfte man der Blume unwiderruflich verfallen sein. Zwischen glänzend-immergrünem Laub prangen Tausende Blüten wie Edelsteine, in reinstem Weiß, allen Nuancen von Rosa und Rot bis zu tiefstem Purpur, sogar in Gelb, ein-, zwei- oder dreifarbig, gesprenkelt, mit hauchfeinen Längsstreifen oder winzigen weißen Rändern. Es gibt viele oder keine Staubgefäße. Die Blüten sind tellerförmig, halb oder dicht gefüllt, gerüscht oder streng symmetrisch.

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Autor:
Christa Hasselhorst