Blumen

Die Fuchsie

Anmutig wippen die bauschigen Röckchen der Fuchsien an langen Blütenstielen. Sie bergen ein süßes Geheimnis. 

Die Fuchsie

Mögen die lieben altmodischen Fuchsien bei uns wieder heimisch werden!“, lautete schon im Jahr 1929 der innige Wunsch der Blumenexpertin Elly Petersen, den sie in ihrem „Gelben Gartenbuch“ notierte. Da war die Pflanze gerade mal wieder außer Mode. Und das, obwohl sich noch Mitte des 19. Jahrhunderts halb Europa im Fuchsienfieber befand und die Gartenliebhaber den femininen Rot-, Pink- und Rosénuancen der Pflanze völlig verfallen waren.

Doch nach dieser Hoch-Zeit wurde die Fuchsie geschmäht. Der Grund: Die meist nicht frostharte Kübelpflanze war schwer zu überwintern und ihre Pflege aufwendig. So geschah es, dass das Nachtkerzengewächs den Hautgout einer zartbesaiteten Diva bekam und in Ungnade fiel. Sogar heute noch zählt die Schönheit mit den fragilen Blüten in Ballon- und Lampionform nicht zur klassischen Gartengrundausstattung, ganz im Gegensatz zu Rose, Rittersporn oder Dahlie.

Dabei hat sie ein Comeback verdient. „Welche Blume hat eine so lange Blütezeit? Welche bringt Buntheit vom Juni bis in den Oktober in so reicher Fülle?“, schrieb Elly Petersen in einem feurigen Plädoyer. Aber statt eine Allerweltsblume zu werden, blieb die Pflanze ein sorgsam gehüteter Schatz für Liebhaber wie zum Beispiel Karl-Heinz Saak. Der 75-Jährige ist Vorsitzender der Deutschen Fuchsien-Gesellschaft e.V., die 1981 gegründet wurde und rund 1000 Mitglieder zählt. „Die Faszination der Blume liegt in ihrer Vielfalt“, sagt der Mann, der 350 verschiedene Fuchsien-Raritäten sein Eigen nennt.

Doch nicht nur die Vielfalt, auch die Anmut der tänzelnden Blüten bezaubert. Sie wippen an einem bis zu acht Zentimeter langen Blütenstiel hin und her. Die Staubgefäße, in denen sich die männlichen Pollen befinden, sind lang und dünn. Aus ihrer Mitte ragt der Griffel, das weibliche Geschlechtsorgan. Die Kelchblätter der Fuchsie sind keck zurückgebogen und sehen aus wie winzige Propeller. Darunter bauschen sich die Kronblätter. Bei manchen Sorten sind diese beiden Blattarten uni, bei anderen zweifarbig. Bei ‘Maxima’ etwa leuchten die Propellerflügel pink, das Röckchen darunter schimmert purpur.

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Autor:
Christa Hasselhorst