Gesunde Pflanzen

Die Aroniabeere

Die Frucht, die aus dem Osten kam. Diese exotisch anmutenden Pflanze ist nicht nur höchst gesund, sie wächst sogar hierzulande - in Sachsen.

Aroniabeere

Es gibt Regionalprodukte, und es gibt Exoten. Doch während manch gängiges Gemüse wie die (subtropische) Süßkartoffel gern für einheimisch gehalten wird, unterstellt man fremdartig klingenden Beeren meist einen langen Reiseweg. Der Schein trügt manchmal: Seit über hundert Jahren sind Aroniabeeren ein sächsisches Gewächs. Doch ohne Jörg Holzmüller, heute Chef einer Firma für Aroniaprodukte, wären sie fast in Vergessenheit geraten.

COUNTRY: Wo kam die Beere her, bevor sie in Sachsen heimisch wurde? Jörg Holzmüller: Aus den Steppen Nordamerikas. Allerdings wanderte die äußerst robuste Beere über den Osten ein: Der Obstbaupionier Iwan W. Mitschurin brachte sie um 1900 nach Russland, bald danach gab es Pflanzungen in Pillnitz.

Sie verbreitete sich als Delikatesse? Nein, als Färbemittel. Keine Frucht enthält mehr rotblauen Pflanzenfarbstoff. Zu DDR-Zeiten entdeckte man, wie gesund diese Farbstoffe sind. Sogar Vitamin-C-Mangelerscheinungen konnte man damit entgegenwirken. Also wurden Aroniabeeren flächendeckend angebaut, es gab Saft und sogar Backzusätze aus den Beeren.

Warum haben Sie angefangen, sich für die Beeren einzusetzen? Vor 1989 waren die Aroniasträucher in manchen Gegenden fast landschaftsprägend, später gab es keine Nachfrage mehr. Unser Engagement begann mit einem Infostand am Elbradweg – dessen Erfolg war so groß, dass wir 2008 die Firma gegründet haben.

Sie vertreiben nicht nur Aroniaprodukte, sondern auch Pflanzen. Warum? Weder bei uns noch woanders gibt es frische Aroniabeeren. Wer sie möchte, hat keine andere Wahl, als sich einen eigenen Aroniastrauch in den Garten zu setzen.

 

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