Tiere auf dem Land

Der richtige Hund

Labrador oder Hovawart? Golden Retriever oder doch ein Windhund? Es ist wundervoll, einen Hund auf dem Land zu halten. Vorausgesetzt, man entscheidet sich für die richtige Rasse. Eine kleine Beziehungsberatung. 
Golden Retriever

Von Natur aus, möchte man meinen, sollten Hunde auf dem Land leben. Auf jeden Fall haben sie es schön dort: Grün, so weit das Auge reicht, Felder, Wälder, Teiche und Fasane, und es macht deutlich mehr Spaß, sich in Kuhfladen zu wälzen als in Grillabfällen auf der Stadtparkwiese – zumindest dem Hund. Dem Menschen ist es ziemlich gleich, warum er seinen Hund anschließend shampoonieren muss. Es hat ungeheure Vorzüge, Hunde auf dem Land zu halten: Es gibt meist relativ viel Platz, man kann anderen Hunden (oder Menschen) aus dem Weg gehen und ist nicht zu früher Stunde auf Hundespielgruppen mit den dazugehörigen Begleitpersonen im Park angewiesen, um den Hund vernünftig auszulasten. Außerdem hat man gewöhnlich weniger Auseinandersetzungen mit Joggern und Radfahrern, die in Stadtgebieten geballt auftreten. Meist hat man einen Garten, in dem man zwischendurch mal eine Runde Ball spielen, mit dem Hund „abhängen“ oder ihn einfach kurz mal rausschicken kann, wenn er es ebenso eilig hat wie man selbst.

Nur wird man leider nicht mit jedem Hund glücklich auf dem Land. Unbill lauert überall: In dem sehr langen, weichen Fell von Rassen wie Bearded Collie, Tibet-Terrier, Briard, Lhasa-Apso oder Malteser bleibt einiges hängen, zum Beispiel Disteln, Kletten, Heu, Laub und kleine Zweige, ganz zu schweigen Hunderassen fürs Land haben viele Gesichter: Zwei Magyar Viszla bei der Gartenarbeit. Ein Schäferhundmischling mit ungewöhnlicher Kaninchenliebe. Eurasier-Welpen bei der Hetzjagd. Der Klassiker – ein Schottischer Terrier, auch bekannt von Whisky-Flaschen. von Matsch – und davon gibt es auf dem Land zu fast jeder Jahreszeit mehr als genug. Natürlich lassen Bauch und Beine sich nach Spaziergängen abduschen, man kann den Matsch auch trocknen lassen und anschließend den kleinen Sandhaufen einfach wegfegen – aber gesagt werden sollte es trotzdem mal.

Fährten in der Nase Hunde, die gerne bellen wie viele der Terrier-Rassen oder Chihuahuas, sind auf dem Land häufig nicht so schlimm – vorausgesetzt, die Besitzer haben gute Nerven und der nächste Nachbar wohnt nicht gleich nebenan. Allerdings sollte man sie nicht alleine im Garten lassen, sonst gewöhnen sie sich aus lauter Langeweile das Dauerkläffen an. Ein echtes Problem dagegen ist ein Hund, der das Jagen liebt: Im Stadtpark ein bisschen Kaninchen hinterherrennen – geschenkt. Etwas anderes ist es, wenn ein jagdlich ambitionierter Hund auf Schritt und Tritt Fährten in die Nase bekommt. Entspannte, vertrödelte Spaziergänge arten in puren Stress aus. Mit Hundepfeife und geballten Fäusten steht man herum und überlegt fieberhaft, wo man jetzt zur Besänftigung des verärgerten Försters auf die Schnelle dessen Lieblings-Spätburgunder herbekommt.

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Autor:
Katharina von der Leyen