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16 Fakten über Sand

Sommer, Sonne, Strand – da haben wir Bilder im Kopf wie Sand am Meer. Aber Sand ist nicht nur Urlaub – auch im Inland rieselt es, manchmal an unerwarteten Stellen. 16 Grabungen in lockerem Gelände.

Sand

1. Schüttfähiges Gestein 

Sand ist „unverfestigtes Gestein“, sagen die Geologen, was ja eigentlich ein Widerspruch in sich ist. Sand entsteht durch Verwitterung und Abtragung aus Gesteinen, vor allem aus Granit. Wer Sand für wertlos hält, irrt: Sand und Kies zählen dank ihrer schieren Masse zu den umsatzstärksten Bodenschätzen. „Normaler“ Sand ist hellgelb bis weiß, die einzelnen Körner oft durchsichtig – die Farbe des Quarzes. Es gibt aber auch roten Sand, vor allem in den Tropen; das sind die Eisen- und Aluminiumoxide, die dort den Boden dominieren. Dunkles Vulkangestein erodiert zu schwarzem Sand, grüne Gesteine zu grünem. Einzigartig ist der strahlend weiße Gipssand im White Sands National Monument im US-Bundesstaat New Mexico. Kurios: Der Gipssand entsteht an Ort und Stelle. Er wird an einer gipswasserhaltigen Quelle abgelagert und vom Wind verteilt.

2. Strand 

Was am Strand durch unsere Finger rieselt, ist das Ergebnis des härtesten Ausleseprozesses der Welt. Wenn Gesteine im Gebirge abgetragen, durch Flüsse zum Meer transportiert und dabei zerrieben werden, bleibt nur das widerstandsfähigste Material übrig: der Quarz, auf dessen Körnchen wir unser Badetuch legen und aus dem wir unsere Sand­burgen bauen. Damit aber die Quarzkörner rund werden, reicht einmal Vom-Gebirge-runtergespült-Werden nicht aus. Richtig runde Sandkörner haben bereits mehrere Zyklen hinter sich, während derer sie ins Meer gespült, dort zu Sandstein verfestigt, durch Gebirgsbildung an die Oberfläche gehoben und wieder abgetragen wurden. Das heißt: Sie sind viele, viele Millionen Jahre alt. Kann man mal drüber staunen, im Urlaub.

3. Orte im Sand 

Sandhausen, Sand am Main, Straubing-Sand, Sand in Taufers (Südtirol): Zahlreich sind die Orts- und Flurnamen, die darauf hinweisen, dass hier ein Fluss Sandbänke aufschüttet oder häufig über die Ufer tritt und dadurch feinen Sand ablagert. In Sandhausen bei Heidelberg existiert sogar eine Sanddüne. Die ist allerdings eingezäunt: Betreten verboten.

4. Wüstenschönheit 

Darf in keiner Mineraliensammlung fehlen: die Sandrose, auch „Gipsrose“ genannt. Sie wächst buchstäblich im Wüstenboden, wo aufgrund der starken Temperaturunterschiede der Nachttau Mineralstoffe aus dem Sand löst, die tagsüber durch Verdunstung auskristallisieren und bizarre Formen bilden. Statt mit Gips gibt es Sandrosen auch mit Baryt – sogar in der hessischen Wetterau, wo man sie in Sandgruben findet. Deshalb gibt es in Büdingen ein Sandrosen-Museum.

5. Wilde Bienen 

Sandbienen sind eine der wichtigsten Gruppen von Wildbienen; in Mitteleuropa existieren über hundert Arten. Der Name kommt daher, dass die Bienen ihre Bruthöhlen im Boden graben und den Auswurf rund um den Eingang anhäufen. Viele von ihnen sind stark spezialisiert: die Weiden-Sandbiene auf bestimmte Weidenarten, die Knautien-Sandbiene auf die Witwenblume (Knautia), die Spargel-Sandbiene auf wild wachsenden Spargel (der angebaute nützt ihr nichts, da er nicht zur Blüte kommt).

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