Wissenswertes über Pflanzen

15 Fakten über die Heide

Sie wirkt oft karg, aber sie hat es in sich: Inspiration zu großer Dichtung, Schauplatz für Heimatfilme, Attraktion für Touristen. 15 Erkundungen in einer unterschätzten Landschaft. 

Heide

1. Die Landschaft: Eine Heide ist eine Landschaft mit nährstoffarmem, meist saurem Boden, entstanden durch übermäßige Nutzung. Boshaft ausgedrückt: eine ruinierte Landschaft. Sie ist kein einheitlicher Lebensraum, entscheidend ist die geringe Fruchtbarkeit. Im Mittelalter wurden die Heiden oft als Gemeinschaftsweide (Allmende) genutzt, ebenso wie der angrenzende Wald, der dadurch in Mitleidenschaft gezogen und zunehmend ausgelichtet wurde. Deshalb verstand man unter Heide lange Zeit weniger einen speziellen Landschaftstyp als vielmehr ein für alle verfügbares Land, das zum Anbau nicht taugte – egal ob Sandboden, Kalkfels oder lichter Kiefernwald.

2. Das Wort: Seit dem Althochdeutschen bezeichnet „heide“ oder „heida“ ein unfruchtbares, unbebautes Land. Das Wort ist keltischen Ursprungs und tritt nur in keltischen und germanischen Sprachen auf. Wer eine Verwandtschaft zwischen der Heide und dem Heiden vermutet, dem Ungläubigen (der aus Glaubenssicht ja auch gewissermaßen unfruchtbar ist), der liegt gar nicht falsch: Beides geht auf die gotischen Wörter haiþi bzw. haiþno (Aussprache wie beim englischen „th“) zurück, bei denen Etymologen einen gemeinsamen Ursprung vermuten. Die Mädchennamen Heide, Heidi oder Heiderose sind dagegen die Kurzform von Adelheid und haben mit der Landschaft gar nichts zu tun.

3. Lüneburger Heide: Der Inbegriff für Heidelandschaften, größte Attraktion der Norddeutschen Tiefebene. Auch Bundespräsident Carstens musste 1979 bei seiner Deutschland- Wanderung hier durch. Wenn die Heide blüht, ist der Anblick überwältigend. Im 18. und 19. Jahrhundert galt die Lüneburger Heide als wüsteste Landschaft in Deutschland. Reisende überboten sich gegenseitig mit düsteren Schilderungen. „Ein ödes, trauriges Land, ohne Anhöhen, Täler oder Seen, ohne alles Laubholz“, notierte Graf Friedrich Leopold zu Stolberg 1791. Schon im 19. Jahrhundert aber wurde dieses bizarre Land auch als schützenswert erkannt, wobei sich besonders der „Heidepastor“ Wilhelm Bode hervortat. In jüngerer Zeit war es der Hamburger Unternehmer Alfred C. Toepfer, der die Vision verfocht, Naturschutz, Erholung und Ökonomie (etwa die Vermarktung des Heidschnuckenfleisches) zu verbinden. Im Prinzip funktioniert das Konzept bis heute.

4. Wacholder auf Kalk: Die süddeutsche Variante der Heide ist die Wacholderheide; vor allem auf der Schwäbischen Alb gibt es große Gebiete. Dort herrscht Kalkboden – karstig, löchrig, unfruchtbar. Schafe fressen alles Essbare, übrig bleiben die ungenießbaren Wacholderbüsche, die das Bild prägen und der Landschaft den Namen geben

5. Heidschnucke: Begriff für Schafe verschiedener verwandter Rassen, u. a. Moorschnucke, Skudde sowie Graue und Weiße Gehörnte Heidschnucke. Ihr Fleisch schmeckt kräftiger als das der Hausschafe. Heidschnucken sind genügsam und zäh. Sie vertragen z. B. Feuchtigkeit zwischen den Klauen und haben breite Hufe, mit denen sie im weichen Boden nicht einsinken.


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Autor:
Martin Rasper