Wissen und Natur

15 Fakten über den Bach

Er ist die Lebensader der Landschaft, gesäumt von Erlen und Weidenzweigen der Inbegriff intakter Natur. 15 Erkundungen, um dem Bach auf den Grund zu gehen.

Bach

1. Bach oder Fluss? 

Der Übergang vom Bach zum Fluss ist lediglich eine Frage der Größe und daher – nun ja, fließend. Auch der größte Strom ist anfangs ein Bach. Wissenschaftlich gesehen ist ein Bach ein kleineres Fließ­gewässer mit einem Einzugsgebiet zwischen zehn und 100 Quadratkilometern, einer Breite von einem bis fünf Metern und einer Wasserführung von 50 bis 5000 Litern pro Sekunde. Psychologisch gesehen spricht man dann von einem Bach, wenn das Wasser gluckst, die Vögel zwitschern und Erlen- und Weidenzweige ins Wasser hängen. Dann ist Bach, und der Mensch ist glücklich. Von den 9070 deutschen „Fließgewässerkörpern“ mit einer Gesamtlänge von 130 000 Kilometern allerdings, die das Umweltbundesamt im Blick hat, befinden sich nur 7,7 Prozent in einem ökologisch „guten“ Zustand. Und nur 0,1 Prozent in einem „sehr guten“.

2. Uralte Namen 

Offenbach, Gummersbach, Erbach, Amorbach, Heilbronn, Kronach, Paderborn – die Vielfalt deutscher Ortsnamen, die auf einen Bach (bzw. Ach, süddt. Flüsschen) oder eine Quelle (= Born) verweisen, ist groß. Der Philologe Hans Krahe vertrat die Theorie, dass Gewässerna­men die jeweils ältesten Ortsnamen seien, weil Gewässer in einem neu besiedelten Gebiet die primären Bezugspunkte seien. Belegen konnte er dies mit dem in­ dogermanischen Ursprung der ältesten Gewässerwörter. 

3. Blütenteppich 

Wenn der Flutende Hahnenfuß (Ranunculus fluitans) sich auf der Oberfläche breiter, flacher Bäche ausbreitet, die bis zu sechs Meter langen Stängel von der Strömung flussabwärts gekämmt, dann kann es aussehen, als sei die ganze Wasseroberfläche weiß. Faszinierender Anblick.

4. Die Ufer 

Kein anderes Gewässer steht in so inniger Beziehung mit seinen Ufern: Dichtes Gebüsch, hohle Stellen, überhängen­ de Ufer, Steine und Wurzeln, sporadisch überflutete Ufersäume, Kies- und Sandinseln bilden vielfältige Lebensräume. Ein lebendiger Bach verfügt über eine beträchtliche Selbstreinigungskraft, weil seine Organismen die unterschiedlichsten Stoffe abbauen können. In den 60er- bis 80er-Jahren machten Flurbereinigung, landwirtschaftliche Intensivierung und andere Formen falsch verstandener Modernität aus vielgestaltigen Biotopen tote Rinnen, ihrer Strömungsdynamik raubt. Inzwischen hat man lebendige Bäche wieder zu schätzen gelernt (siehe auch Punkt 15).

5. Nymphen 

Die Nymphen waren eine Mischung aus Göttern und Naturwesen und in der griechisch­römischen Antike zuständig für bestimmte Phänomene, beispielsweise für Quellen und Bäche. Oft waren sie auch identisch mit dem jeweiligen Gewässer. Beispielhaft ist die Geschichte der Nymphe Arethusa, die auf der Flucht vor dem Flussgott Alpheios von der Göttin Diana zu ihrem eigenen Schutz in eine Quelle verwandelt wurde.  

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