Wissenswertes über die Natur

15 Fakten über das Watt

Das Watt ist eine bizarre Landschaft, von der wir Deutschen den weltweit größten Teil abbekommen haben. Jetzt im Sommer ist es am schönsten. Eine Durchwatung in 15 Etappen.

Wattenmeer

1. Die Landschaft: Watt ist eine ungeheuer dynamische Landschaft, geformt aus Wasser und Sand und dem ewigen Rhythmus von Ebbe und Flut. Watt gibt es vielerorts, in England und Frankreich, in Feuerland in Südkorea. Das Wattenmeer aber, das sich an von den Niederlanden bis Dänemark erstreckt, ist mit 9000 Quadratkilometern das größte der Welt. 2009 wurde der überwiegende Teil dieses Gebiets zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt. An flachen Ufern, in geschützten Buchten oder Seitenarmen können auch Süßwasserwatten entstehen. Die meisten davon gibt es an der Elbe. besuland land , Kanada und der Nordseeeküste

2. Vögel: Zehn bis zwölf Millionen Vögel besuchen jedes Jahr das Wattenmeer: Von der Heringsmöwe bis zum Eissturmvogel – rund 100 Arten sind hier zu beobachten. Einer der typischsten Wattvögel ist der Austernfi scher: Oranger Schnabel, schwarz-weißes Gefi eder und der Beweis, dass Seeluft gesund ist – er wird bis zu 28 Jahre alt. Bei Fotografen beliebt ist der Rotschenkel, der mit seinen leuchtend roten Beinen durch den Schlick stakst und nach Würmern pickt. Eine der wichtigsten Vogelinseln im Wattenmeer ist Trischen: Hier mausern jedes Jahr gleichzeitig mehr als 100 000 Brandgänse. Der Job des Vogelwarts auf einer Insel wie Trischen gehört zu den einsamsten, den die Republik zu bieten hat: sieben Monate allein auf der Insel. Einziger Besuch: Versorger Axel Rohwedder bringt jeden Samstag Lebensmittel, Trinkwasser, Post und Geschichten.

3. Das Wort Watt (Plural: die Watten): kommt nicht von Watte, sondern von waten – es bezeichnet die Gebiete, die so weit trockenfallen, dass man sie durchwaten kann. Auch das Trockenfallen selbst kann man „waten“ nennen, was aber weniger gebräuchlich ist.

4. Priel: Priele sind die Wasserläufe im Watt mit so hübschen Namen wie Buschsand, Süderpiep, Kotzenloch. In ihnen zuerst strömt die Flut ein und zieht die Ebbe wieder ab. Die Strömung kann daher enorm sein. Dass viele Priele zudem mäandern und gelegentlich ihren Lauf verlagern, macht sie latent gefährlich. Immer wieder ertrinken Wanderer im Watt. Auf der Insel Neuwerk, zehn Kilometer vor Cuxhaven, gab es für angespülte Wasserleichen einen „Friedhof der Namenlosen“. Heute werden solche Funde aufs Festland expediert.

5. Deiche: Die Küste des Wattenmeers ist im Grunde eine Kulturlandschaft – geformt durch die Naturkräfte und den Menschen, der sich ihnen entgegenstellt. Dass der Meeresspiegel als Folge des Klimawandels weiter steigen wird, gilt als sicher; Schleswig-Holstein, Bremen und Niedersachsen haben bereits begonnen, die Deiche zu erhöhen. Doch wenn immer größere Bereiche dauerhaft unter Wasser stehen, droht das Watt zu ertrinken. Naturschützer wie Rainer Borcherding von der Schutzstation Wattenmeer fordern deshalb, dem Watt durch Rückverlegung der Deiche an geeigneten Stellen mehr Raum zu geben.

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