Natur

14 Fakten über Wind

Er tut, was ihm passt, und bläst, wann er will. Er kommt als säuselndes Lüftchen oder brüllender Sturm, versorgt uns mit Strom und pustet verwelkte Blätter über herbstliche Alleen. 14 Schritte gegen den Wind.

Wind

1. Flüchtiger Geselle

Wind entsteht durch Druckunterschiede zwischen Luftmassen. Aus Gebieten mit höherem Luftdruck strömt die Luft in Gebiete mit niedrigerem Druck, bis der Ausgleich hergestellt ist. Die Luftfeuchtigkeit, die Temperatur, die Erddrehung sowie die örtlichen geografischen Verhältnisse beeinflussen den Wind zusätzlich. Dass der Wind so offensichtlich kompliziert ist, potenziell gewalttätig und doch unsichtbar, machte ihn zur passenden Metapher für die Flüchtigkeit allen Seins. Goethe seufzte im „Gesang der Geister über den Wassern“: „Seele des Menschen, wie gleichst du dem Wasser! Schicksal des Menschen, wie gleichst du dem Wind!“

2. Föhn, Bora & Co

Föhn

In vielen Regionen gibt es Winde mit konkreten Namen.

In vielen Regionen gibt es Winde mit konkreten Namen, je nach den dort herrschenden Verhältnissen, z. B. warme Fallwinde wie den Föhn. Luftmassen, die sich beim Aufsteigen auf der Südseite der Alpen abgeregnet haben, wandern über den Kamm und werden beim Absinken auf der Nordseite erwärmt, sodass ein trockener, relativ warmer Wind entsteht. Sozusagen das Gegenstück sind die kalten Fallwinde wie die Bora an der Adriaküste. Auch die stärksten Winde der Welt, die katabatischen Winde der Antarktis, sind Fallwinde. Hier stürzen die Luftmassen, die über dem riesigen Inlandeis extrem abgekühlt wurden, regelrecht zur Küste herab und können dabei über 300 km/h schnell werden.

3. Windstärke

Windgeschwindigkeit, Windstärke, Winddruck, Spitzenböen, zehnminütiger Mittelwert – soll der Wind gemessen werden, kann sich der meteorologisch-physikalische Fachmann herrlich austoben. Für den Laien reicht es zu wissen, dass die Windgeschwindigkeit in Knoten (Seemeilen pro Stunde) oder in Meter pro Sekunde angegeben wird. Und dass er sich ansonsten an die bekannte Beaufortskala halten kann: „Blätter und dünne Zweige bewegen sich“ – Stärke 3, schwache Brise. „Dicke Äste bewegen sich, hörbares Pfeifen an Telefondrähten“ – Stärke 6, starker Wind. „Äste brechen, Dachziegel werden angehoben, größere Gegenstände werden umgeworfen und weggeweht, Gehen wird stark erschwert“ – Stärke 9, Sturm. Bis hin zu Stärke 12, Orkan, den gibt es aber nur auf hoher See. Der Namensgeber übrigens, der Engländer Sir Francis Beaufort, hatte mit der Erkundung der Windstärke wenig zu tun: Seine Lebensleistung war die Erstellung unerreicht genauer Seekarten.

4. Windgepeitscht

Sie zählen zu den berührendsten Naturgestalten: Bäume, die ihr ganzes Leben gegen den Wind ankämpfen, sich aber der Haupt-Windrichtung doch beugen müssen. „Windflüchter“ nennt man solche Bäume an der deutschen Küste. Bei Bonsai-Freunden zählt die „windgepeitschte Form“ (oder „Fukinagashi“) übrigens zu den anspruchsvolleren Stilrichtungen.

Schlagworte:
Quelle: