Natur & Wissen

14 Fakten über den See

Manche liegen wie Juwelen in der Landschaft, andere sind so groß, dass man das andere Ufer nicht sieht. Seen sind vielfältige Lebensräume und wecken Erinnerungen an schöne Winter- wie Sommertage. 14 Schritte am Ufer. 

Juwelen in der Landschaft

1. Flüchtige Gebilde

Ein See ist ein stehendes Binnen­gewässer. Aus geologischer Sicht sind Seen meist Augenblicksgebilde: In dem Moment, wo sie entstehen, beginnen sie schon wieder zu verlanden. Eine Ausnah­me macht etwa der Baikalsee, mit 1637 Metern der tiefste See der Erde: Er ist satte 25 Millionen Jahre alt. Der Über­gang vom See zum Teich oder Tümpel ist fließend. Eine willkürliche, aber gern ver­wendete Definition ist die Mindestfläche von einem Hektar. Für Gewässerkundler (Limnologen) ist dagegen anderes entscheidend, etwa ob der Wasserkörper hinsichtlich Temperatur oder Sauerstoff­gehalt eine Schichtung aufweist und so­ mit verschiedene Lebensräume beher­bergt. Oder wie stark ausgebuchtet die Uferlinie ist, was ein Maß der „Verzah­nung“ des Sees mit seiner Umgebung ist.

2. Unsere Größten

Der mit Abstand größte deutsche See, der Bodensee, gehört uns gar nicht. Oder genauer: Wir wissen nicht, wie viel uns gehört. Kurios: Auf dem größten Teil des Sees sind die Grenzen zwischen den drei Anliegerstaaten Deutschland, Österreich und Schweiz nicht genau festgelegt. Aber die Nachbarn kommen auch so klar. Unser eindeutig größter See ist daher die Müritz in Mecklenburg: 112 Quadratkilometer groß, gut 30 Meter tief. Im Weltmaßstab dennoch eine Pfütze. Danach folgen Chiemsee, Schweriner und Starnberger See. In den beiden tiefsten, den Alpenseen Königssee und Walchensee, geht es immerhin 192 Meter nach unten.

3. Pralles Leben

Ohne Wasser kein Leben: Seen sind vielgestaltige Biotope. Häufig sind sie Teil eines Biosphärenreservats wie der Schaalsee auf der Grenze zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Im Wasser tummelt sich die ganze Bandbreite von mikroskopisch kleinem Plankton bis zu ausgewachsenen Fischen. Ökologisch am wertvollsten sind aber die Verlandungszonen, wo See und Land ineinander übergehen. Die Röhrichtzone mit Pflanzen wie Schilfrohr, Schwertlilien, Binsen oder Rohr-Glanzgras bietet im Schilf brütenden Vögeln wie Sumpfrohrsänger, Teichralle und Rohrammer Nistplätze, unter Wasser können sich Jungfische und Amphibien entwickeln. Auch Insektenlarven wachsen heran, von denen wiederum andere Insekten, Fische, Amphibien, Vögel und Fledermäuse leben. Zum Land hin können sich Bruchwälder und Feuchtgebüsche mit Erlen und Weiden anschließen, aber auch Moore, die wieder ganz andere Pflanzen und Tiere beherbergen. 

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