Wissenswertes über Felsen

13 Fakten über Mittelgebirge

Er fordert Extremleistungen heraus, beherbergt seltene Biotope und bildet den größten Teil Deutschlands, die Mittelgebirge. 13 Erkundungen am Fels. 

Elbsandsteingebirge

1. Klippenspringer 

Die Jungs in Acapulco waren die Ersten. Vom Felsen „La Quebrada“ springen sie aus 26 Meter Höhe ins Wasser.

Klippenspringer

Die Jungs in Acapulca waren die Ersten

Das Ganze ist exakt so gefährlich, wie es klingt. Aus 30 Meter Höhe taucht man mit knapp 100 km/ h in die Wasserfläche ein – oder schlägt auf ihr auf, wenn’s schiefgeht. Heute gibt es eine kleine weltweite Gemein- de aus Klippenspringern, die ihre Figuren wie beim Turmspringen bewerten lassen. Die Europameisterschaft fand diesen Sommer an einem extrem idyllischen Felsen im Valle Maggia im Tessin statt.

2. Fels oder Gestein?

Ein Fels ist eine zusammenhängende Gesteinsmasse, die an der Oberfläche zutage tritt. Am eindrucksvollsten sind natürlich immer steil aufragende Wände oder bizarre Figuren. Da Felsen aus fast jedem Gestein bestehen können (Granit, Sand- stein, Kalkstein, Schiefer, Vulkangesteine etc.), können sie auch sehr unter- schiedliche Alter haben. Faustregel: Der Buntsandstein (Pfälzer Wald, Spessart/ Odenwald, Helgoland) ist knapp 250 Millionen Jahre alt, die Kalke der bayerischen Alpen rund 230 Millionen, die Jurakalke (Schwäbische und Fränkische Alb) rund 150 Millionen, die Vulkanfelsen in der Eifel nur wenige hunderttausend Jahre.

3. Ortsnamen

Stolzenfels, Trifels, Weißenfels, Königstein, Eppstein, Rabenstein, Neuschwanstein – die Liste deutscher Orts- und Flurnamen mit „-stein“ und „-fels“ ist lang. Kein Wunder, waren doch die beiden Endungen im Mittelalter, als viele Ortsnamen entstanden, praktisch synonym; „Stein“ meinte nicht, wie heute, den einzelnen Stein, sondern die Gesteinsmasse. Das wiederum lag auch daran, dass das Wort Fels im Alt- und Mittelhochdeutschen kaum vorkam – erst seit Luthers Bibelübersetzung drang es in die Umgangssprache vor.

4. Ein Platz für Burgen

Das Ideal war natürlich ein Felsstock, der an den Seiten möglichst steil und oben möglichst flach war, sodass man ihn mit einer uneinnehmbaren Burg überbauen konnte. Recht gut gelang dies etwa im Fall der Wartburg oder der Burg Lichtenstein. Besonders ehrgeizige Bauherren versuchten den Fels durch die Burg selbst noch mal zu toppen, so bei der Burg Eltz. Die zierte dafür immerhin 30 Jahre lang, von 1960 bis 1990, die Rückseite des 500-Mark-Scheins.

5. Höhlen 

Wenn Wasser durch Fels sickert, können Höhlen entstehen – am ehesten naturgemäß im wasserlöslichen Kalkstein, also auf der Schwäbischen Alb, aber auch im Sauerland, in Thüringen. In der Stein- zeit dienten Höhlen häufig als Versammlungsort, die legendären Höhlenmalereien in Lascaux, Altamira oder der Grotte Chauvet rituellen Zwecken. In Deutschland hatten es die Steinzeitkünstler eher mit Skulpturen: Die Alb-Höhlen Geißenklösterle, Hohlenstein-Stadel, Vogelherd und Hohle Fels offenbarten eine einzigartige Fülle von Funden, die zu den schönsten altsteinzeitlichen Kunstwerken der Welt zählen: den Löwenmensch, das Wildpferd, den Wasservogel, das Mammut oder die zwei Flöten aus Vogelknochen, die ältesten bekannten Musikinstrumente.

6. Sisyphos

In der griechischen Mythologie musste Sisyphos unentwegt einen Felsblock einen Hang hinaufwuchten, der ihm kurz vor dem Ziel immer wieder entglitt. Das war die Strafe dafür, dass er vorher so ziemlich jeden, der bei den griechischen Göttern etwas zu sagen hatte, gegen sich aufgebracht hatte. „Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen“, schrieb aber Albert Camus. Wa- rum? Weil er eine Aufgabe habe, so Camus, die ihm keiner nehmen könne. So kann man es natürlich auch sehen.

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