Wissenswertes über Feuchtgebiete

11 Fakten über das Moor

Moore werden bis heute zerstört, entwässert und landwirtschaftlich genutzt. Erst langsam erkennt man die Bedeutung der Feuchtgebiete – als Klimaschützer, Naturschätze, Geschichtenerzähler.

Moor

1. Geburt eines Moores: Am Anfang ging das Eis. Und wo das Eis verschwand, sammelte sich Wasser, füllte vom Gletscher ausgeschabte Senken und Mulden. Es regnete viel, und die Welt wurde nass. Jetzt bekamen Pflanzen ihre Chance, die es gerne feucht mögen. Sie wuchsen prächtig und zahlreich. Es fielen so viele abgestorbene Stängel und Blätter ins Wasser, dass sie nicht mehr verrotten konnten. Die Seen wucherten schließlich zu und verlandeten. In Jahrhunderten mutierten sie zu sogenannten Niedermooren. Manchmal siedeln sich Torfmoose an, die Wasser speichern können wie ein Schwamm, mehr als 900 Liter in einem Kubikmeter. Unablässig wachsen sie in die Höhe, wobei die tieferen Schichten langsam absterben und zu Torf werden. So wachsen solche Hochmoore, wie sie der Kenner nennt, jedes Jahr um rund einen Millimeter. Eine zehn Meter dicke Torfschicht kann demnach rund 10 000 Jahre alt sein.

2. Moorarchiv: Moore sind sorgsame Chronisten. Was hineinfällt, wird konserviert. An der Dicke der Torfschicht ist zu erkennen, wann etwas seinen Weg ins Moor gefunden hat. Pflanzenpollen verraten zum Beispiel, wann der Mensch anfing, Ackerbau zu betreiben, wie sich das Klima entwickelt hat oder wie schnell Blumen, Kräuter und Bäume nach der Eiszeit wieder Tritt gefasst haben. So weiß man, dass nach der Eiszeit immer häufiger Birken und Kiefern wuchsen, bis sie schließlich von Haselnuss, Eichen und Rotbuchen abgelöst wurden. Ohne Moore hätte die Landschaftsgeschichte viele weiße Seiten.

3. Klimaschützer: Moore haben große Bedeutung für den Klimaschutz. Sie bedecken zwar nur drei Prozent der Landfläche der Erde, konservieren jedoch 30 Prozent des gesamten, an Land gebundenen Kohlenstoffs – doppelt so viel wie Wälder. Der Kohlenstoff bleibt in den Mooren, solange der Torf ständig nass und vor der Luft geschützt ist. Werden Moore jedoch trockengelegt, wie es überall auf der Welt immer noch in großem Umfang geschieht, wird Kohlenstoff in Form des Treibhausgases CO2 freigesetzt und gelangt in die Atmosphäre.

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