Heilkräuter

Kriechender Günsel

Ajuga reptans bedeckt schnell den ganzen Boden. Aber kein Grund sich zu ärgern, denn das Jäten lohnt sich: In dieser Pflanze stecken Zauberkräfte gegen Schmerzen.

Günsel

Wie er aussieht und wo er wächst 

Der Kriechende Günsel, dessen lateinischer Name Ajuga reptans lautet, ist eine robuste, krautige Wildpflanze. Typisch sind die namensgebenden Ausläufer, die von einer grün glänzenden Blattrosette aus flach über den Boden kriechen und neue Wurzeln schlagen. Aus der Rosette wächst ab Mai ein zehn bis 30 Zentimeter hoher kantiger Stängel, um den sich in der oberen Hälfte blau-violette Blüten drängen. Die ovalen, am Rand leicht gewellten Blätter werden nach oben hin kleiner. Die mehrjährige Pflanze aus der Familie der Lippenblütler bevorzugt nicht zu trockene Wiesen und den Halbschatten lichter Wälder.

Welche Wirkung er hat 

Antibakteriell, schmerzstillend und entzündungshemmend – diese Fähigkeiten machen den Kriechenden Günsel zu einer Art Breitband-Heilkraut. Er lässt zum Beispiel Entzündungen im Mund- und Rachenbereich abklingen, mildert Sodbrennen und die Schmerzen eines Magengeschwürs. Er fördert die Heilung von Wunden und Ekzemen und soll sogar die Narbenbildung verbessern. Außerdem hilft seine beruhigende Wirkung bei Schlafstörungen und Nervosität.

Was ihn auszeichnet 

Kriechender Günsel besitzt die üblichen wirkaktiven Pflanzenstoffe von Heilkräutern, wie etwa ätherische Öle, Gerbsäure und Glykoside. Eine Besonderheit dabei ist das Glykosid Harpagosid, das man auch von einer anderen, viel bekannteren Heilpflanze kennt: der Teufelskralle. Sie kommt als Pflanzenarznei gegen Rheuma und Arthrose zum Einsatz. Der Kriechende Günsel hat vermutlich denselben lindernden Effekt bei Gelenk- und Rückenproblemen wie sie.

 

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