Heilpflanze aus der Antike

Gemeiner Erdrauch

Fumaria officinalis ist seit der Antike für seine Heilkraft berühmt und galt einst als Zaubermittel der Hexen.

Erdrauch

Wie er aussieht: Filigrane bläuliche Stängel mit fedrigen Blättern tragen in Trauben angeordnete purpurrosa Blütchen, die an der Spitze dunkelrot bis schwarz gekrönt sind. Wie bei allen circa 50 Fumaria-Arten ist das obere Kronblatt nach hinten verlängert, sodass sich ein Sporn bildet. Bei den Früchten des einjährigen, zehn bis 50 Zentimeter hohen Krauts, das von Mai bis November blüht, handelt es sich um einsamige Nüsschen.

Warum er so heißt: Weil die zarten bläulich-grauen Gespinste der Erdrauchbüschel von Weitem wie Rauch anmuten. Die Kelten und Germanen verwendeten Fumaria officinalis bei kultischen Räucherungen. Man glaubte, die geheimnisvolle Pflanze sei Dämpfen entsprungen, die aus den Tiefen der Erde emporsteigen.

Wo er aus der Erde quillt: Seit der jüngeren Steinzeit ist er in Europa, am Mittelmeer und in Zentralasien beheimatet. Das Halbschattengewächs weist auf ein warm gemäßigtes, leicht feuchtes Klima hin und lässt als Nährstoffanzeiger auf schwach saure, stickstoffreiche Böden schließen. Er wächst auf Äckern, in Weinbergen, auf Brachen oder in Gärten und dort meist in der Nähe von Ameisen, da diese seine Samen verbreiten.

Welche Krankheiten er lindert: Das Kraut enthält sieben Alkaloide, unter anderem Fumarsäure, weshalb es gegen Flechten und andere Hautkrankheiten wirkt. Auch bei Verdauungsproblemen, bei Leberund Gallenerkrankungen oder Beschwerden des Magen-Darm-Traktes helfen Tees aus der getrockneten Pflanze (gibt’s im Kräuterladen oder in der Apotheke).