Heilkräuter

Echter Eibisch

Bei Magenschmerzen oder Husten beruhigt Althaea officinalis die Schleimhäute. Doch den Höhepunkt seiner Karriere feierte das Heilkraut in einer eher ungesunden Branche – als Vater der Marshmallows.

Echter Eibisch

Wie er aussieht und wo er wächst

Echter Eibisch, Althaea officinalis, gehört zur Familie der Malvengewächse. Die mehrjährige, krautige Pflanze wird bis zu zwei Meter hoch. Aus der verzweigten Wurzel wachsen kräftige Stängel mit wechselständigen Blättern. Sie laufen spitz zu, sind samtig und haben einen gezackten Rand. Oberhalb dieser Blätter wachsen fünfblättrige weiß-rosa Blüten am ganzen Stängel entlang, einzeln oder in kleinen Trauben. Charakteristisch ist der lila Staubbeutel. In Südeuropa, dem Balkan und Südrussland existieren seit jeher wilde Bestände. In unseren Breiten wächst Althaea officinalis nur sporadisch in freier Natur, am ehesten auf feuchten, salzigen Böden, etwa an der Ostsee. Im Garten gedeiht der Echte Eibisch ohne große Pflegeansprüche an sonnigen Stellen mit genügend Feuchtigkeit und Nährstoffen. Bienen steuern ihn gern als Nektarspender an.

Welche Wirkung er hat

Althaea officinalis gehört seit der Antike zu den wichtigsten Heilpflanzen. Er soll bei Atemwegserkrankungen, Magen-Darm-Beschwerden und Hautproblemen helfen. Nachgewiesen und anerkannt ist die lindernde Wirkung bei trockenem Husten, bei Heiserkeit und Magenschmerzen. Die Volksmedizin nutzt ihn auch bei leichten Verbrennungen, Insektenstichen oder Ekzemen.

Was in ihm steckt

Medizinisch wirksam sind die Schleimstoffe, die rund 20 Prozent der Wurzel ausmachen. Den Rest bilden Stärke, Zucker und Ballaststoffe. Die Schleimstoffe sind reizmildernd und entzündungshemmend. Vermutlich regen sie auch das Immunsystem an. Der Haupteffekt ist jedoch ein mechanischer: Die Inhaltsstoffe des Eibischs bleiben an den Schleimhäuten haften und bilden einen beruhigenden Film, der vor Reizen schützt. Aber Vorsicht: Weil es zu einer Umhüllung der Schleimhäute kommt, kann die Wirkung gleichzeitig eingenommener Medikamente verzögert werden.

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