Heilkräuter-Album

Der Waldmeister

Galium odoratum macht nicht nur in der Maibowle Laune. Der Waldmeister bewirkt auch als Arzneipflanze kleinere und größere Wunder. 

Der Waldmeister

Wie Waldmeister aussieht und wo er wächst: Die 20 bis 30 Zentimeter hohe Pflanze besitzt glatte, vierkantige Stängel und lanzettliche, in Blattwirteln angeordnete, mit winzigen Stacheln besetzte Blätter. Die kleinen weißen Blüten bilden duftige Doldentrauben und verströmen (beim Verwelken) einen wunderbaren Duft. Ein Duft, so süß und verlockend, dass er im Mai schon so manchen Waldspaziergänger vom Weg abbrachte und ihn – immer der Nase nach – tiefer hinein in die heimischen Laubwälder führte. Denn dort, am häufigsten in den Lichtungen schattiger Buchen- oder Eichenwälder, wächst er. Nicht selten bildet er Kolonien, die wie Duftfelder zwischen den Bäumen stehen.

Woher der Waldmeister seinen Namen hat: „Belle étoile“, schöner Stern, wird der Waldmeister in Frankreich genannt. Die Engländer bezeichnen ihn als „Wächter des Unterholzes“: „woodward“. In Deutschland geht sein Name auf „Waldmeier“ zurück. Bei „Meier“ handelt es sich um eine mittelalterliche Variante der botanischen Bezeichnung „Myre“ oder „Miere“, die später auch dem Naturforscher Carl von Linné als Synonym der Asperola-Pflanzenfamilie (Rötegewächse) galt, zu deren Gattung der Waldmeister gehört.

Wieso der Waldmeister auch schaden kann: Die Pflanze enthält Kumarin. Ein Inhaltsstoff, der, übermäßig genossen, Magenbeschwerden, Kopfschmerzen, Benommenheit und Schwindel auslöst. Seit 1981 ist es deshalb verboten, Waldmeisterkraut gewerblich anzubieten. Bei einer Teezubereitung genügen deshalb ein bis zwei kleine Löffel des blühenden Krauts, das im Mai und Juni gesammelt und rasch im Schatten zum Trocknen ausgelegt wird. Mehr als zwei Tassen täglich sollte man davon allerdings nicht konsumieren.