Heilkräuter

Der Ackerschachtelhalm

Equisetum arvense ist der Dino unter den Heilpflanzen: Ihn gab es schon vor 400 Millionen Jahren. Heute heilt die Arznei nicht nur Wunden, sondern sorgt auch für glänzendes Haar.

Der Dino unter den Heilpflanzen

Wie er aussieht und wo er wächst

Der Ackerschachtelhalm zeigt sich im Lauf des Jahres in zwei unterschiedlichen Formen. Im Frühjahr ist er ein gelb-bräunlicher Stängel, der in mehrere Abschnitte unterteilt ist, zwischen denen jeweils ein Kranz kleiner brauner Blätter steht. An der Spitze sitzt eine Sporenähre, die an eine Morchel erinnert. Nach der Sporenreife stirbt dieser Trieb ab. An seine Stelle schiebt sich ab Mai ein sattgrüner Laubtrieb, der mit seinen zahlreichen Zweigen wie ein Mini-Tannenbaum ohne Nadeln aussieht. Nur diese bis zu 50 Zentimeter hohen Sommertriebe sind medizinisch wirksam und werden bis in den August hinein gesammelt. Wie der Name nahelegt, gedeiht das Heilkraut auf Äckern, aber auch am Wegesrand, an Gräben und Böschungen.

Woher sein Name stammt

Die einzelnen Glieder des Schachtelhalms stecken ineinander fest, sie sind sozusagen verschachtelt. Ein ebenso geläufiger Name für die Heilpflanze lautet Zinnkraut. Der Grund: Die Zweige galten früher als gutes Scheuermittel, etwa für Geschirr aus Zinn. Der lateinische Name Equisetum arvense bedeutet so viel wie Pferdeschwanz und bezieht sich auf das Erscheinungsbild des Laubtriebs.

 

Welche Beschwerden er lindert

 

Die medizinische Bedeutung des Schachtelhalms hat erst Sebastian Kneipp im 19. Jahrhundert wiederentdeckt, nachdem das Kraut schon in der Antike zur Blutstillung eingesetzt worden war. Pfarrer Kneipp schätzte es vor allem als Mittel gegen Rheuma und Gicht. Als gesichert gilt die Wirkung der Pflanze gegen Wassereinlagerungen im Gewebe. Außerdem eignet sie sich zum Durchspülen der Harnwege, etwa bei Entzündungen oder Nierengries. Äußerlich hilft das Kraut gegen schlecht heilende Wunden. Für die Behandlung gibt es fertige Zubereitungen als Tee, Extrakte oder Kapseln. Wer Schachtelhalm selbst verarbeiten will, sollte darauf achten, dass die Pflanze für einen Absud mindestens 15 Minuten gekocht werden muss, damit sich die heilsamen Inhaltsstoffe lösen.

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