Wissenswertes über Pflanzen

Das Hirtentäschel

Capsella bursa-pastoris ist ein echtes Mauerblümchen: unscheinbar, aber robust und von heilsamer Kraft. Trotzdem halten es viele für lästiges Unkraut.

Hirtentäschel

Wie es aussieht und wo es wächst: Aus einer bodennahen Blattrosette, die an Löwenzahn erinnert, steigt ein kniehoher Stängel, auf dem eine Trugdolde aus winzigen, weißen Blüten sitzt. Charakteristisch sind die Früchte am Stil des Kreuzblütengewächses: dreieckige bis herzförmige Samenschoten. Das Hirtentäschel gedeiht das ganze Jahr über, blüht mehrfach von März bis November und trägt daher Blüten und Früchte gleichzeitig. Das anpassungsfähige Kraut stammt aus dem Mittelmeerraum, ist in ganz Europa verbreitet, hat aber auch den Weg in die Neue Welt gefunden. Es ist vermehrungsfreudig und wächst so gut wie überall: inmitten von Wiesen und Feldern ebenso wie am Wegrand, auf Brachflächen oder Schutthalden.

Woher es seinen Namen hat: Der Name des Gewöhnlichen Hirtentäschels, auch Hirtentäschelkraut genannt, entspricht der wissenschaftlichen Bezeichnung Capsella bursa-pastoris (bursa = Tasche, pastor = Hirte). Er bezieht sich wie das englische „shepherd’s purse“ oder das französische „bourse à pasteur“ auf die Form der Fruchtschoten, die ehemals wohl an die Tragbeutel von Hütejungen erinnerten. Regional kommen auch viele andere volkstümliche Namen für das Hirtentäschel vor, etwa Löffeli, Herzelkraut oder Taschendieb.

Was alles in ihm steckt Ätherische Öle, der Mineralstoff Kalium, das Vitamin C, zahlreiche Eiweißbausteine und eine ganze Reihe sekundärer Pflanzenstoffe konnten Biologen aus dem Hirtentäschel isolieren. Welche der Substanzen aber für welche seiner heilenden Wirkungen verantwortlich sind, ist bisher wissenschaftlich ungeklärt. Die Volksmedizin jedoch braut seit Ewigkeiten aus der getrockneten Pflanze Tees, Aufgüsse und Tinkturen. Denn die Arznei stillt Blutungen, reguliert den Blutdruck, wirkt entzündungshemmend und harntreibend.

Welche Krankheiten es lindert: Hirtentäschelkraut bringt in erster Linie alle Arten von Blutungen zum Stillstand: Nasenbluten ebenso wie ein blutendes Magengeschwür oder Hämorrhoiden. Es fördert die Blutgerinnung und dämpft übermäßige Monatsblutungen. Dosisabhängig beeinflusst es den Blutdruck: Eine schwache Dosierung wirkt blutdrucksenkend, eine hohe bringt niedrigen Blutdruck in Schwung. Außerdem gilt Hirtentäschel als verdauungsfördernd.

Seite 1 : Das Hirtentäschel
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Autor:
Petra Apfel