Expertentipps

Woran erkennt man einen guten Gärtner?

Hanns-Jürgen Redeker ist Präsident des Bundesverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau. Für COUNTRY gibt er einige Tipps zur Suche nach einem geeigneten Landschaftsgärtner.

Landschaftsgärtnerei

Die Suche nach einem Fachmann für die Gartengestaltung und -pflege kann natürlich über einschlägige Quellen wie Internet oder Telefonbuch erfolgen. Man kann aber auch durch Villengebiete spazieren und Besitzer auffallend schöner Gärten nach dem Gärtner fragen. Auch Fachverbände geben Auskunft. Ob der Experte für Sie der Richtige ist, muss sich aber erst im persönlichen Kontakt zeigen.

Ein Landschaftsgärtner hat die Aufgabe, individuelle Träume und Sehnsüchte zu verwirklichen. Das ist nur möglich, wenn sich zwischen Fachmann und Gartenbesitzer ein Vertrauensverhältnis ergibt. Ein guter Gärtner nimmt sich deshalb viel Zeit für Vorgespräche. Er stellt Fragen und kann zuhören. Sie sollten als Kunde spontan das Gefühl haben, dass die Chemie stimmt. Wenn nicht: Schauen Sie sich besser nach einer Alternative um!

Die fachliche Kompetenz des Experten lässt sich bei einem ersten Gartenrundgang auf die Probe stellen. Bitten Sie ihn um seine Einschätzung bei speziellen Problemen. Ein Profi wird Sie nicht mit Floskeln abspeisen, sondern Ihnen sachkundig erklären, dass zum Beispiel Ihr Bambus Anzeichen von Staunässe zeigt oder der Rittersporn eine Handvoll Kompost gebrauchen könnte. Er wird Sie bei gelben Rhododendronblättern auf einen Magnesiummangel hinweisen und mögliche Ursachen für den Schrotschuss an der Zierkirsche diskutieren.

Das Angebot, das Ihnen der Fachmann vor Beginn seiner Arbeit zu erstellen hat, sollte alle geplanten Pflanzungen, Pflegemaßnahmen und sonstigen Arbeiten inklusive deren Dauer und Kosten detailliert auflisten. Bitten Sie ihn auch um eine Referenzliste, damit Sie sich bei anderen Kunden ein Bild von seiner Arbeit machen können.

Die Gehölzpflege gehört zu den anspruchsvollsten Gartenarbeiten. Den Experten erkennt man daran, dass er Sträucher und Bäume artspezifisch, das heißt ihrem natürlichen Habitus gemäß, zurückschneidet. So wird er den straffen, aufrechten Wuchs einer Forsythie oder einer Weigelie nicht in eine Kugelform zwingen. Er wird Flieder, Rhododendron oder falschem Jasmin nicht durch Einkürzen der Enden das Leben schwer machen, sondern den Pflanzen durch vorsichtiges Auslichten von unten zu neuer Wuchskraft, Blühwilligkeit und Gesundheit verhelfen. Wenn der Gärtner den Garten verlässt, sollte jedes Gehölz wieder in seiner Wuchsform als Solitär erkennbar sein. Krankes und abgestorbenes Holz sollte entfernt sein. Äste sollten nicht aneinander oder am Boden scheuern und Quertriebe nicht die Licht- und Luftzufuhr behindern.

Der Experte: Hanns-Jürgen Redeker ist Präsident des Bundesverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau.