Tipps von der Gartenplanerin

Wie legt man einen Gräsergarten an?

Gräser bringen Bewegung in den Garten, das Spiel der grazilen Halme und Blütenrispen im Wind strahlt Leichtigkeit und Natürlichkeit aus. Doch wie legt man einen Gräsergarten an? 

Ein von Gräsern dominierter Garten

Ziergräser bringen Bewegung in den Garten, das Spiel der grazilen Halme und Blütenrispen im Wind strahlt Leichtigkeit und Natürlichkeit aus. Ein Rückschnitt im März erhält die lebendige Optik auch im Winter. Gräser können als wogende Schleier Sichtschutz bieten oder den ruhigen Hintergrund für Staudenpflanzungen bilden. Imposante Solitärgewächse wie Chinaschilf und Reitgras entfalten ihre Wirkung nur, wenn sie genug Platz haben. Für kleine Gärten empfehlen sich eher niedrige bis mittelhohe Sorten.

Meditative Gartenräume im japanischen Stil lassen sich mit Gräsern besonders gut realisieren. Die minimalistische Gestaltung, die von der Geometrie der Pflanzen lebt, passt vor allem zu moderner Architektur. Man kann die Gräser in Splitt- oder Kiesflächen pflanzen und dann mit Formen und Höhenabstufungen grafische Bilder erzeugen. Der ruhige Effekt wird verstärkt, wenn die Steine und Gräser farblich miteinander harmonieren. Felsen, hier und da ein Ziergehölz und wenige Staudensorten in Pastelltönen setzen zurückhaltend Akzente.

Der naturnahe Gräsergarten imitiert Wildpflanzengemeinschaften. Mit Stauden wie Sonnenbraut, Knöterich oder Astern kombiniert, bilden Gräser in diesen Pflanzungen das Gerüst und sorgen zugleich für den aufgelockerten Charakter. Das Verhältnis Gräser zu Stauden sollte etwa 70 zu 30 betragen. Ihr breites Farbspektrum von Grau bis Rötlich erlaubt es, die Gräsersorten mit den Farben der Staudenblüten abzustimmen.

Ein sonniger Standort und durchlässiger Boden sind für die meisten Gräser gut. Durch Zusatz von Perligran wird lehmige Erde besser belüftet. Schwache Pflanzen kann man mit Rasendünger unterstützen. Und ein Gras, das sich zu breit gemacht hat, im zeitigen Frühjahr teilen.

Die Expertin Michaela Wegerhoff ist Gartenplanerin bei der Firma Ulrich Schultze Garten- und Landschaftsbau, Berlin, Mitglied des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau.

 

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