Der Gartenplaner fürs ganze Jahr

Wann pflanze ich was?

Ein Garten hat viele Gesichter. Im Frühling zaubert er neues Grün und erste Farbtupfer, im Sommer leuchtet er mit Blüten und Beeren, im Herbst lässt er ernten und zeigt warme Farben, im Winter raubt er uns im zarten Eiskleid den Atem. Dafür erfordert er vollen Einsatz: Die richtige Pflege ist wichtig, aber auch das rechte Maß und der passende Zeitpunkt. Wir haben für Sie die wichtigsten Arbeiten mit praktischen Tipps zusammengestellt. Viel Freude und gutes Gelingen in Ihrem Garten!  
Narzissen

Gehölze

Obstbäume

Obstbäume brauchen von Ende Januar bis Anfang März einen sorgfältigen, sparsamen Schnitt. So wird das Geäst nicht zu dicht, und die Krone bleibt stabil. 

Frühling

März • Obstbäume und blühende Sträucher vor dem Blattaustrieb einpflanzen. • Beim Ein- und Umpflanzen die nackten Wurzeln der Gehölzer in einen dicken Lehmbrei tauchen: Das hilft beim Anwachsen und mindert den Verpflanzschock. • Großblumige Rhododendren mit neutralem Blaukorn düngen.

April • Immergrüne schneiden. Buchshecken vor dem Blattaustrieb stutzen, wenn akkurate Linien im Sommer wichtig sind. • Lavendel und Heiligenkraut circa zur Monatsmitte um zwei Drittel zurückstutzen.

Mai • Buchshecken in der Zeit von Mai bis September regelmäßig schneiden, wenn sie im Frühjahr und Winter gut aussehen sollen. • Kirschfliegenfallen in die Bäume hängen, sonst könnte es zu spät sein. 

Schnitt

Der Schnitt schlägt Wunden, von denen Pflanzen sich erst erholen müssen.

Sommer

Juni • Hecken schneiden. Achtung: Vorher prüfen, ob noch Vögel im Gezweig nisten! • Liguster während des Sommers mehrmals in Form schneiden – so bleibt er schön kompakt und fällt nicht auseinander. • Altes Holz von Pfeifensträuchern und Weigelien aus der Mitte herausschneiden. Lieber zu viel als zu wenig, die Büsche werden sonst struppig und unten kahl. • Wein entgeizen, also die Seitentriebe entfernen, damit er mehr Früchte trägt. • Brombeer-Seitentriebe einkürzen und dabei zwei, drei Augen stehen lassen. • Kirschen nach der Ernte schneiden: Konkurrenztriebe und dicht stehende Jungtriebe entfernen. Aufwärtswachsende Triebe waagerecht binden, damit sie eher fruchten (nicht bei Sauerkirschen). • Letzte Holunderblüten ernten und zum Aromatisieren von Stachelbeerkompott verwenden! • Unter Gehölzen niemals graben, das Unkraut nur jäten! • Ab Mitte des Monats nicht mehr düngen! Achtung: Dünger kann keine Pflanzfehler korrigieren. Gehölze brauchen normalerweise keine Extranahrung. Ausnahmen sind züchterisch stark bearbeitete Rhododendren.

Schattieren

Das Schattieren mit dem Netz schützt Eibe und Buchs vor Verbrennungen. Bei Sonne sofort überwerfen!

Juli • Johannisbeerbüsche sorgfältig mit Netzen einhüllen, um die feinen Beeren vor den Vögeln zu schützen. • Zu starken Fruchtbehang am Kernobst ausdünnen. • Beerensträucher nach dem Abernten zurückschneiden. • Alte Triebe von Schwarzen Johannisbeeren an der Basis kappen. Nur einjährige Triebe fruchten reich, und so lassen sie sich bequem am Küchentisch abernten. • Nur bei anhaltender Dürre und wenn die Blätter schlapp an den Zweigen hängen, Gehölze mit dem Gartenschlauch am Stamm durchdringend wässern.

August • Pflaumen nach der Ernte zurückschneiden und dabei wie bei den Kirschen im Juni (siehe links) verfahren. • Vermehren mit Stecklingen. Dies gilt für Pflanzen, bei denen der Mittelteil eines neuen, halb verholzten Triebes mit zwei Sprossachsen genommen wird, wie z. B. Hortensien und Pfeifensträucher. Stecklinge schräg mit scharfem Messer abschneiden, in die Erde stecken und fest andrücken. • Lavendelblüten ernten. In Baumwollsäckchen füllen und aufs Sofakissen legen oder an die Stuhllehne hängen.

Mulchen

Mulchen nach dem Pflanzen von Hecken bremst das Unkraut und hält die Feuchtigkeit. Außer Rindenhäcksel eignen sich Kompost und Lauberde.

Herbst

September • Immergrüne Hecken schneiden. • Ziergehölze schneiden, wenn sie noch belaubt sind: Die Wunden verheilen schneller, und das Ergebnis des Eingriffs ist sofort überprüfbar. • Bauernhortensie (Hydrangea macrophylla) nach Abblühen nicht zurückschneiden, weil sie am zweijährigen Holz blühen! Zurückgeschnitten werden Hydrangea paniculata und arborescens. • Clematis pflanzen, sie wurzeln im noch warmen Boden schnell. • Schutzmaterial für den Winter sammeln. Eibenschnitt, Laub, Kiefernnadeln, auch Plastikchips und grobe Holzwolle decken zarte Pflanzen gut ab. Das Material muss luftig sein, Hühnerdraht hält es fest. Keine Folien oder Pappen!

Oktober /November • Pflanzzeit ist von Herbst bis Winter, solange der Boden offen ist. Immer darauf achten, dass auch der Untergrund im Pflanzloch gelockert ist. • Baumscheibe die ersten zwei bis drei Jahre frei halten und mit Grasschnitt oder Rindenmulch abdecken – das fördert die Nährstoffversorgung nachhaltig. • Buchenhecken nicht zu tief pflanzen, denn schon wenige Zentimeter zu viel behindern später das Wachstum. • Abdecken hinauszögern. Erste Fröste überstehen Pflanzen schadlos. Die Kälte gibt den Impuls, das Wachstum abzuschließen und die Stängel ausreifen zu lassen, damit sie im Frost keinen Schaden nehmen. Wer Eibenschnitt und Laubschütte aufbringt, bevor der Boden gefroren ist, der riskiert, dass es unter der pappigen Schicht zu faulen beginnt.

Bauernhortensie

Bauernhortensie (Hydrangea macrophylla) kann im Winter stehen bleiben. Kaum ein Blütenstand trägt das Schneekleid so gut.

Winter

Den besten Winterschutz bietet die Natur. Schnee, Laub, Kiefernnadeln, umgeknickte Staudenstängel und verblichene Gräser bilden auf dem Boden eine luftige Schicht: Wärmedämmung für Cyclamen, Leberblümchen, Nieswurz. Wer also seine Beete im Herbst nicht besenrein ausräumt, der hat genau das Richtige für seine Pflanzen getan. Mehr Aufmerksamkeit brauchen extravagante Blumen und Gehölze, wie die Fackellilie, Säckelblume, Bartblume oder die zarten Schwestern der robusten Japananemone, Sorten wie ‚Honorine Jobert‘ oder ‚Prinz Heinrich‘. Oder empfindliche Obstgehölze wie junge Aprikosen und Pfirsiche. Sie sterben bei Minustemperaturen ohne Laubschütte oder Reisigzelt, weil sie aus wärmeren Klimazonen stammen. Anders als Birke, Vergissmeinnicht oder Gänseblümchen sind sie an Münchner Frost oder den Hamburger Winterregen nicht gewöhnt.

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