Tipps vom Garten-Experten

Wann pflanze ich neu?

August Förster, Experte für Garten- und Landschaftsbau, über den richtigen Zeitpunkt zur Neupflanzung von Bäumen und Sträuchern.

Obstbaum

Der Johannistag am 24. Juni ist das kritische Datum für Neupflanzungen. Ein Austrieb gilt dann als Indiz, dass ein Strauch oder Baum an seinem neuen Platz angewachsen ist. Für den Landschaftsgärtner, der die Pflanze geliefert und gepflanzt hat, heißt das: Ein Gehölz, das schwächelt oder gar nicht austreibt, muss kostenfrei ersetzt werden. Die Garantiepflicht tritt allerdings nur in Kraft, wenn der Fachmann selbst die Fertigstellungspflege übernommen hat. Diese umfasst Wässern, Düngen, Bodenpflege und Schutzmaßnahmen von der Pflanzung bis zum Johannistag. Die Kosten für die gesondert zu vereinbarenden Leistungen hängen vom Aufwand ab. Gartenbesitzer sollten vorab ein Angebot einholen.

Großgehölze müssen besonders intensiv betreut werden, da für sie der Verpflanzschock am größten ist. Sie benötigen gut zwei Jahre, um wieder richtig anzuwachsen. Wegen der hohen Anschaffungskosten lohnt es sich oft schon bei zwei oder drei Pflanzen, die Pflege in dieser Zeit dem Experten zu überlassen. Für drei Eichen im Wert von jeweils 700 Euro müsste man etwa 200 Euro pro Baum und Jahr rechnen. Der Gartenbesitzer erhält in diesem Fall eine Gewährleistung von weiteren zwei Jahren für die Gehölze.

Die Entwicklung einer Pflanze hängt auch von deren Kinderstube ab. Durch regelmäßiges Umpflanzen müssen vor allem Großgehölze in der Kulturzeit genug Faserwurzeln ausgebildet haben. Sie sollten deshalb nur in anerkannten Baumschulen gekauft werden. 

August Förster ist Inhaber der Firma Forster Garten- und Landschaftsbau GmbH & Co. KG in Bonn und Vizepräsident des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V.

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