Tipps von Gartenbau-Profi

So wird die Terrasse zum Star

Stein oder Holz? Sichtschutz oder Ausblick? Experte Jürgen Hoppe gibt Rat bei der Gestaltung der Terrasse.

Terrasse und Garten

Country: Worauf kommt es an bei der Terrassengestaltung?

Jürgen Hoppe: Zuerst einmal kommt es auf den richtigen Unterbau an, der muss frostsicher und verdichtungsfähig sein. Je nach späterer Belastung ist eine 20 bis 30 Zentimeter hohe Schicht aus Schottermaterialien üblich.

Und danach, Stein oder Holz? Das bleibt den Vorlieben und dem Budget des Kunden überlassen. Stein ist natürlich vielfältiger. Die Auswahl von Natursteinmaterialien in Plattenoder Pflasterformat ist immens. Auch die Betonindustrie liefert inzwischen eine Vielfalt an Betonpflaster, auch mit Natursteinvorsatz, so dass der Phantasie bei der Gestaltung keine Grenzen gesetzt sind. Der Einsatz von Holz beschränkt sich auf rein begehbare Flächen.

Worauf sollte man achten, wenn man sich für Holz entscheidet? Der fachgerechte Einbau, bei dem unbedingt auf den bautechnischen Holzschutz geachtet werden muss, ist das Wichtigste. Das Holz muss so eingebaut werden, dass es immer gut abtrocknen kann und nicht lange der Feuchtigkeit ausgesetzt ist. Grundsätzlich eignen sich nur Harthölzer, ob nun tropisch oder heimisch, und sehr harzhaltige Hölzer wie Lärche oder Douglasie für den Belag im Außenbereich. Eine Ausnahme bilden thermisch behandelte Nadelhölzer, die durch Spezialtrocknung haltbar gemacht werden.“

Gilt das auch für Pergolen und Sichtschutzelemente aus Holz? Die Auswahl an Hölzern ist größer, hier kann auch Kiefer verwendet werden. Beim Einbau ist zu beachten, dass die Pfosten nicht direkt in den Boden eingebaut werden, sondern mit Pfostenträgern aus Metall in die Betonfundamente gesetzt werden.

Welche Kletterpflanzen schlagen Sie zur Begrünung vor? Immergrün sind Efeu oder Lonicera henryi, sonst wirken Rambler-Rosen, Geißblatt, Blauregen oder die Wildformen der Clematis wie montana ‘Rubens’ oder viticella sehr dekorativ.

Gibt es Regeln bei der Bepflanzung einer Terrasse? Nein, das hängt allein von der Lage und von den Wünschen der Besitzer ab. Liegt sie am Hang, bieten sich Efeu oder Rosen an, um den Boden zu befestigen. Braucht man Sichtschutz, sollte man sich von den ewigen Scheinzypressen verabschieden. Es gibt so viele andere tolle Bäume und Sträucher!

Zum Beispiel? Die Felsenbirne mit ihrem herrlichen Laub etwa oder Deutzia und der elegante Japanische Blumenhartriegel, die jetzt im Juni/Juli besonders schön blühen. Übrigens kann man mit Sträuchern wie der Zaubernuss über den Sommerflieder bis zur Schneekirsche das ganze Jahr über Blüten sehen.

Wie haben Sie Ihre eigene Terrasse gestaltet? Mit Porphyrplatten, einem Wasserlauf, Lavendel, Rosen und nah herangezogenen Rasenflächen. Ich finde, eine Terrasse ist kein Balkon, deshalb habe ich alles vermieden, was wie ein Sperrriegel aus Pflanzen wirken könnte. Ich wollte vom Wohnzimmer aus in die Weite schauen. Für mich ist eine gelungene Terrasse die Ouvertüre eines Gartens.

Jürgen Hoppe, Garten- und Landschaftsbauunternehmer in Uelzen, ist Mitglied im Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau.